Die monatliche Bilanz

Vor einem Monat erzählte ich hier, dass der Mai nach meinem Geschmack viel zu kühl und viel zu feucht war. Das habe ich jetzt davon… In Wien, wo ich lebe, ist der wärmste und trockenste Juni seit Beginn der Aufzeichnungen gerade zu Ende gegangen. Das war für die Natur ein harter Schlag. Umso mehr für die Pflanzen auf dem Balkon: es ist nicht nur der Wasserbedarf deutlich gestiegen, aber auch das Risiko eines Sonnenbrands oder eines Hitzeschlags. Und mit dem habe ich vor allem zu kämpfen gehabt: die von mir verhassten Spinnmilben fanden Idealbedingungen zum Leben vor, und konnten sich besonders schnell vermehren. Wie bin ich also durchgekommen, das werden wir gleich sehen.

Der sechste Monat in Zahlen

Leider konnte ich diesen Montag den Rückstand nicht aufholen, und habe wieder nur 3 Porträts veröffentlicht (wie konnte das bloß passieren?) Für meine Verteidigung muss ich jedoch anführen, dass das Wetter eher zum Verweilen und Genießen auf dem Balkon einlud, als der Computer… Die porträtierten Pflanzen im Juni waren:

Somit ist es ganz klar, dieser Monat stand deutlich unter dem Zeichen des Naschbalkons. Das bringt auch die Anzahl der hier präsentierten Pflanzen auf 23 insgesamt, davon 13 Zier- und 10 Nutzpflanzen. Ende Juni, Zeit für eine Zwischenbilanz, die unbarmherzig ausfällt. 26 Wochen sind seit Anfang des Jahres vergangen, es fehlen also 3 Porträts. Das wird nicht ganz einfach… Aber zurück zum Balkon im Juni.

Die Pflanzen im Juni auf dem Balkon

Einige Pflanzen haben die Hitze gar nicht gut vertragen (der Spinat, ein Hornveilchen und die Gänseblümchen) aber ich konnte den Raum nutzen, den sie hinterlassen haben. Ich habe neue Pflanzen ausgesät, die sich seither gut entwickelt haben. Diesen Monat sind also Aster und Löwenmäulchen neu dazugekommen. Insgesamt haben sich seit Anfang des Jahres also bereits 36 verschiedene Pflanzen auf meinem Balkon abgewechselt.

Was sich im Juni auf dem Balkon geändert hat

Die Blumensaison hat zwar ihren Höhepunkt bereits überschritten, aber es hat hier trotzdem ein paar neue Erscheinungen gegeben:

  • In der Familie der Mittelmeerkräuter ist der Oregano seinen Kollegen dem Thymian und dem Rosmarin nachgefolgt, und zeigt seine zahlreichen hübschen weißen Blüten.
  • Der Lavendel hat auch geblüht, allerdings haben ihm die roten Spinnen ziemlich hart zugesetzt, sowie dem Brombeerstrauch und dem Pfirsichbaum. Die winzigen Tierchen (die fälschlicherweise als “Spinne” bezeichnet werden, obwohl sie genaugenommen keine sind) vermehren sich bei trockenem, heißem Wetter besonders schnell. Sie können innerhalb von ein paar Tagen eine erwachsene Pflanze umbringen. Sie saugen die Pflanzensaft, und die Blätter bekommen weiße oder gelbe Punkte, bevor sie austrocknen. Wenn man die Pflanze mit Wasser besprüht, werden die Fäden, auf denen sie sich bewegen sichtbar. Dann ist Feuer am Dach!
  • Die Erdbeersaison ging zu Ende, aber der Pfirsich wird immer größer und immer röter. Hoffentlich schmeckt er auch besser als letztes Jahr…
  • Wegen den Spinnmilben geht es dem Brombeerstrauch nicht so gut, aber er hat trotzdem ein paar Blüten hervorgebracht, und daraus sind auch schon ein paar Brombeeren entstanden. Bei den Tomaten, Pfefferonis und Paprikas bilden sich auch bereits ein paar vielversprechende Früchte.
Zeit und Geld

Diesen Monat habe ich für die Pflanzenporträts inkl. Recherchen wieder im Schnitt 2 Stunden pro Porträt gebraucht. Dafür, gute Nachricht, habe ich viel mehr Zeit für die Gartenarbeit gefunden, die im Mai zu kurz gekommen war. Insgesamt, ohne die Zeit fürs Gießen einzurechnen (und sie ist nicht zu unterschätzen!), habe ich 5 Stunden für die Pflege meines Balkongartens gebraucht.

Ausgegeben habe ich auch kaum was, da ich nur 4€ für eine kleine Packung Bio-Erde ausgegeben habe.

Die Gartenarbeit im Juni auf dem Balkon

  • Bei der Hitze, die wir hier erlebt haben, war häufiges Gießen eine der wichtigsten Pflegemaßnahmen. Um die Verdunstung gering zu halten, habe ich oft am Abend gegossen. Somit konnte ich an den meisten Tagen mit einer Gießeinheit am Tag auskommen. Die “Olla”, die ich im Frühling in den Kubi eingegraben spielt bei diesem Fortschritt sicherlich eine wichtige Rolle.
  • Darüber hinaus habe ich den Boden in den Töpfen “gemulcht”, um einerseits wieder die Verdunstung zu reduzieren, und andererseits den Boden so lang wie möglich “frisch” zu halten.
  • Die Tomatenjungpflanze, die ich letzten Monat gekauft hatte, die Pfefferonis und die Paprikas habe ich nun auch in größere Töpfe umgepflanzt, damit sie ihr Wachstum fortsetzen können.
  • Wie fast jedes Jahr wurde leider die erste richtige Hitzewelle des Jahres von einem Spinnmilbenbefall begleitet. Ich habe sie sofort mit einer Seifenlösung besprüht, habe die am Stärksten befallenen Blätter entfernt und besprühe die Pflanzen täglich mit Wasser (Achtung, nicht in der Mittagsonne besprühen!). Das alles soll die Luftfeuchtigkeit rund um die Pflanzen erhöhen, und hoffentlich die Vermehrung der Tierchen verlangsamen. Dafür scheint es den Läusen endgültig zu heiß zu sein, da sie komplett verschwunden sind. Auch die weißen Fliegen, die ich sofort mit der gleichen Seifenlösung besprüht haben, sind nie wiedergekommen.
  • Und als unverbesserliche Optimistin habe ich noch ein paar Sachen ausgesät: mit Basilikum, Dill, Ringelblumen habe es ich noch einmal probiert. Zusätzlich sind noch Melisse, Sommer-Portulak und Rucola hinzugekommen. Obwohl dieses Jahr der Erfolg eher bescheiden war, kann ich es nicht lassen. Noch ist es nicht zu spät.
Die Pluspunkte

Dank Mulchen und fleißigem Gießen (in den Vorjahren habe ich wohl immer zu wenig gegossen), scheint der Balkongarten die Hitzewelle recht gut überstanden zu haben. Es hat zwar ein paar Opfer gegeben (siehe weiter unten für die Minuspunkte), aber es hielt sich in Grenzen. Das ist wirklich besser als in den vergangenen Jahren, was ziemlich ermutigend ist. Aufmerksame Pflege lohnt sich, also Mut nicht verlieren!

Die Minuspunkte

Der Angriff der roten Spinnen (klingt das gut…) war wohl die größte Herausforderung diesen Monat. Wegen ihnen war die Lavendelblüte eher bescheiden und die Brombeerernte wird enttäuschend. Dabei wirkte der Brombeerstrauch bisher so kräftig…

Meine kurze Abwesenheit zu Pfingsten war auch für eine Hornveilchenpflanze und für die Gänseblümchen zu viel, und sie haben sich nie mehr davon erholt.

Und schließlich, obwohl die Erdbeerernte etwas üppiger als in den Vorjahren war, ließ der Geschmack doch zu wünschen übrig. Haben sie zu wenig Sonne abbekommen? Oder fehlt ihnen an etwas? Das gehört nun untersucht…

Fazit

Der erste Sommermonat ist vorbei, und mit ihm die erste Hitzewelle, und ich bin froh darüber. Alles ist gut, oder fast. Nun heißt es, nicht lockerlassen, und das ganze Pflanzenvolk noch bis zur Ernte begleiten. Zu den Gießkannen also, und bis bald auf dem Balkongarten!

Zögere auch nicht, von Deinem Balkonmonat in den Kommentaren zu erzählen. Ich freue mich!

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