Warum habe ich ihn ausgewählt?

Noch einmal ist ein Kraut aus dem Süden an der Reihe. Ich darf heute den Rosmarin, wissenschaftlich “Rosmarinus Officinalis” vorstellen. Wenn Du ein Liebhaber der Mittelmeerküche bist, darf er auf Deinem Balkon nicht fehlen. Ganz praktisch: der Rosmarin mag die Wärme und kommt mit Trockenheit ganz gut klar. Und davon hat man auf sommerlichen Balkonen oft mehr als genug. Außerdem bleibt der Rosmarinstrauch klein, im Topf kann er maximal 70 cm hoch werden. Endlich eine Pflanze, die für den Balkon wie geschaffen zu sein scheint.

Porträt

Herkunft und Familie

Rosmarin gehört der Familie der… (Du darfst einmal raten) Lippenblütler natürlich, wie auch seine Verwandten der Salbei und der Oregano. Und wie sie stammt er aus dem Mittelmeerraum. Dass er zu den berühmten “Kräuter der Provence” gehört, ist wohl kein Zufall. In seiner Heimat findet man ihn noch immer in seiner wilden Form, aber er hat schon lang die Gärten und Balkone vieler nördlicheren Regionen erobert.

Wegen seinem intensiven Duft wurde er in der Antike wie Weihrauch verwendet. Im Mittelalter hingegen wurde er für seine heilende Wirkung geschätzt. Denn Rosmarin hilft nicht nur bei Verdauungsproblemen. Er wirkt auch anregend und antiseptisch.

Klimatische Ansprüche und Nährstoffbedarf

Seine Herkunft kann der Rosmarin nicht leugnen. Als typisches Mittelmeerkraut braucht er Sonne, Sonne, und noch mehr Sonne. Je nachdem, wo Du lebst, wirst Du für ihn also einen mehr oder weniger sonnigen Platz suchen müssen. Weiter im Norden wird er sogar die Nachmittagssonne brauchen. Kriegt er genug Licht, ist er ganz genügsam. Ein sandiger, humusarmer, kalkhaltiger Boden wird ihn glücklich machen. Hauptsache dabei: der Boden muss gut drainiert sein, denn er verträgt keine Feuchtigkeit, wie viele seine Kräuterverwandten.

Allerdings ist beim Gießen etwas Fingerspitzengefühl gefragt. Da die Wasservorräte in Töpfen sehr schnell aufgebraucht sind, braucht er doch regelmäßig Wasser. Der Wurzelballen sollte nicht komplett austrocknen.

Den Rosmarin überwintern

Was den Rosmarin in dieser Hinsicht besonders macht, ist dass er auch im Winter so viel Licht wie möglich braucht. Er ist relativ winterhart, da er Temperaturen bis ca. –10 Grad aushalten kann.  Allerdings braucht er je nach Regionen ab Ende Dezember etwas Winterschutz (den Topf einwickeln, windgeschützt platzieren, mit Reisig abdecken). Oder rein ins Überwinterungsquartier mit ihm! Die trockene Wohnungsluft ist jedoch gar nicht nach seinem Geschmack. Im Winter braucht er es frisch und feucht, was die Sachen nicht gerade einfach macht. Ich habe das Glück einen unbeheizten Wintergarten zu haben, aber es ist natürlich nicht bei jedem der Fall. Das Treppenhaus zum Beispiel, vorausgesetzt es hat ein Fenster, kann eine gute Alternative sein. In allen Fällen, denke an den Winter, bevor Du für ihn einen Platz auf Deinem Balkon aussuchst. Allein in einem Topf oder zusammen mit anderen Kräutern in einem Container, der sich leicht bewegen lässt, bleibt er mobil. Im Hochbeet oder einem sonstigen großen Container wird es schwierig, ihn korrekt zu überwintern.

Schließlich darfst Du nicht vergessen, ihn ab und zu zu gießen, aber nur mäßig, damit die Wurzeln nicht faulen.

Pflege

Hast Du eine Lösung für die Überwinterung gefunden, wirst Du mit dem Rosmarin kaum Arbeit haben. Im Frühjahr kannst Du ihm ein wenig langwirkenden Dünger wie reifen Kompost oder Hornspäne geben, mehr braucht er nicht. Da auch ist weniger mehr: je ärmer der Boden, desto intensiver werden Duft und Geschmack.

Noch ein kleiner Rückschnitt nach der Blüte, und er wird eine schön kompakte Form behalten.

Den Rosmarin kannst Du auch einfach mit Stecklingen im Frühsommer vermehren. Theoretisch kann man ihn auch aussäen, aber er keimt nur sehr langsam und unzuverlässig, sodass die Methode nicht wirklich zu empfehlen ist.

Den Rosmarin ernten

Auch im Winter verliert der Rosmarin seine nadelähnlichen Blätter nicht, außer er steht dunkel. Es ist also möglich das ganze Jahr über zu ernten, indem man einfach ein paar Zweige mit einem scharfen Messer oder einer Schere abschneidet. Die beste Zeit für die Ernte ist jedoch vor der Blüte, da der Geschmack dann am Intensivsten ist. Um die Zweige haltbar zu machen, lasst Du sie am besten trocknen. Um mehr darüber zu erfahren, wie man Kräuter haltbar macht, kannst Du diesen Beitrag lesen.

Der Rosmarin auf dem Balkon

Wie viele andere Kräuter wird der Rosmarin für kulinarische Zwecke angebaut. Sein intensiver Geschmack erinnert an den typischen Gesang der Zikaden… Aber das ist noch nicht alles.

Auch der Duft vom Rosmarin erinnert an einen Urlaub in der Provence… Die ätherischen Öle in seinen Blättern mögen viele Schädlinge nicht, und das macht den Rosmarin zu Deinem besten Freund auf dem Nutzbalkon. Selber ist er nicht besonders empfindlich, auch wenn ein paar hungrige Läuse und rote Spinnen manchmal es doch versuchen. Solltest Du Löcher in den Blättern vorfinden, und kleine bunte Käfer sichten, handelt es sich wahrscheinlich um den Rosmarinkäfer. Zum Glück habe ich noch nie welche auf dem Balkon gehabt.

Und last but not least blüht Rosmarin von März bis Mai und seine blau-violetten, weißen oder rosa Blüten werden von bestäubenden Insekten sehr geschätzt.

Gute Nachbarn, schlechte Nachbarn

Da der Rosmarin im Winter eine Sonderbehandlung braucht (siehe oben), ist es ratsam, darauf zu achten, dass er mobil bleibt. Ob allein im Topf oder mit anderen Kräutern aus dem Süden wie Lavendel, Thymian oder Ysop, Hauptsache ist, dass der Container sich bei Bedarf bewegen lässt. Meine Pflanze habe ich zusammen mit Oregano und Thymian in eine Balkonkiste am Geländer meines Balkons platziert. So kriegen alle ganz viel Sonne, und sie können ganz leicht im Winter wieder hineingebracht werden.

Empfehlung: unbedingt (oder fast)

Rosmarin ist nicht nur ein vielseitiges Gewürz, das sowohl mit Fleisch-, als auch Fisch- oder Gemüsegerichten ideal harmoniert. Als Pflanze ist er auch noch besonders pflegeleicht. Da er Wärme gut verträgt, ja sogar liebt, wird er sich auf den meisten Balkonen wohl fühlen. Nur sehr schattige Balkone sind nichts für ihn, da er viel Sonne braucht. Setzt Dich neben ihn in die Sonne, mache die Augen zu und atme tief ein, es ist fast wie in der Provence…

Wenn auch Du Rosmarin auf Deinem Balkon anbaust, lasse es uns in den Kommentaren unten wissen.

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