Warum ich sie ausgewählt habe?

Mit der Tomate haben wir wieder einen Balkongärten-Klassiker vor uns. Der Anbau von Tomaten bedarf etwas Know-How. Allerdings wenn man ein paar wenige Sachen beachtet, wachsen sie sehr gut im Topf, vor allem wenn sie regengeschützt stehen. Die Tomate (und die Cherry-Tomate insbesondere) war eine der ersten Pflanzen, die ich vom Samen auf auf meinem Balkon großgezogen habe. Und sie war auch diejenige, die die verlässlichste, großzügigste und geschmacksintensivste Ernte gebracht hat. Manche Jahre als der Anbau von anderen Pflanzen mir nicht gelingen wollte, habe ich überlegt, nur noch Tomaten anzupflanzen. Heuer ist die Tomatenaussaat komplett gescheitert, wie ich es bereits hier erwähnt habe. Aber ich gehe davon aus, dass es nur der Vorführeffekt war.

Porträt

Herkunft und Familie

Die Tomate oder „Solanicum lycopersicum“ gehört der Familie der Nachschattengewächse oder Solanaceae an. Sie ist also eine enge Verwandte der Kartoffel, Melanzani, Paprika aber auch der Petunie und der Tabakpflanze. Sie ist nun in fast allen Gemüsegärten und auf jedem Teller zu finden (vor allem in der mediterranen Küche ist sie nicht wegzudenken). In Europa gibt es sie jedoch erst seit relativ kurzer Zeit. Sie stammt ursprünglich aus Mittel- und Südamerika und man kann dort ihre Spuren bis in das 2. JH v. Christus bei den Maya-Völkern zurückverfolgen. Nach Europa ist sie erst nach der „Entdeckung“ Amerikas am Anfang des 16. Jahrhunderts gekommen. Danach hat sie mehr als 400 Jahre gebraucht, um richtig populär zu werden. Anfangs wurde sie als Heil- bzw. Zierpflanze eingesetzt. Erst im 20. Jahrhundert hat sie schließlich zum Eroberungszug in den Gärten und Küchen ausgeholt.

Heutzutage gibt es mehr als 3000 Tomatenvarietäten. Es gibt sie in allen Größen, Formen und Farben (oder fast). Wenn sie in ihrer Heimat Amerika noch als Wildpflanze zu finden ist, wird sie in Europa fast ausschließlich kultiviert.

Klimatische Bedürfnisse und Nährstoffbedarf 

Der Erfolg der letzten Jahre hat es ganz klar bewiesen: die Tomate mag die Wärme und hat am Liebsten sehr helle Standorte. Sie kommt mit einem trockenen Klima auch ganz gut klar, muss jedoch regelmäßig gegossen werden. Das sind aber schon mal recht gute Bedingungen für den Anbau auf Balkonen und Terrassen (außer sie schauen nach Norden vielleicht). Um Tomaten erfolgreich anzubauen, musst Du Folgendes wissen:

  • Die Tomate ist ein sogenannter Starkzehrer, was so viel bedeutet, dass sie viele Nährstoffe benötigt und ein reichhaltiges Substrat braucht. Am besten verwendest Du eine Gemüseerde oder Du gibst zu einer Universalerde eine gute Portion Kompost dazu. Danach solltest Du die Pflanzen alle 2 Wochen mit einem kaliumhaltigen Dünger düngen.
  • Die Tomate braucht viel und regelmäßig Wasser (kein Wunder, die Früchte bestehen schließlich zu mehr als 90% aus Wasser). Allerdings ist es besonders wichtig, wie wir später sehen werden, beim Gießen die Blätter nicht nass zu machen.

Wie kommst Du zu Deinen Tomatenpflanzen

Die einfachste und schnellste Methode ist natürlich, Jungpflanzen zu kaufen. Wenn Du Mitte Mai spontan entscheidest, Tomaten auf Deinem Balkon anzubauen, geht es so ganz gut.

  • Die günstigste, flexibelste und spannendste Methode ist jedoch sicherlich, Tomatensamen auszusäen. Normalerweise ist die Tomatenaussaat auch recht erfolgssicher. Normalerweise eben, da meine dieses Jahr nichts geworden sind… Aber das war das erste Mal in vielen Jahren. Platziere dafür ab Ende März ein paar Samen in eine mit Aussaaterde gefüllte Aussaatschale. Halte die Erde gut feucht und warte eine Weile… Drei Wochen nachdem die Samen gekeimt sind, ist es Zeit die einzelnen Pflänzchen einzeln in mindestens 10l große Töpfe zu pikieren. Wenn Du Stabtomaten ausgesät hast, gib einen Stab (Buschtomaten brauchen das nicht) auch gleich dazu, und los geht’s.

Beobachte im Frühjahr die Temperaturen ganz genau, denn Tomaten vertragen keine Kälte. Sie dürfen erst nach Außen, wenn die Frostgefahr vorüber ist (spätestens Mitte Mai ist es dann aber so weit). Die Tomate ist im Übrigen eine einjährige Pflanze, die den Winter nicht überstehen wird. Dafür wächst nicht selten im Frühling die eine oder andere Tomatenpflanze ganz spontan aus dem Kompost.

Pflege

Jungpflanzen müssen unbedingt regelmäßig gegossen werden. Sobald die Erde an der Oberfläche trocken ist, kannst Du sie gießen. Wenn sie etwas gewachsen ist, und kräftig geworden ist, kannst Du warten, bis sie die Blätter (ein wenig) hängen lässt. So kannst Du sie nicht übergießen.

Das Gießen der Tomaten erfordert außerdem eine besondere Vorsicht. Denn, wie bereits angesprochen, dürfen die Blätter nicht nass werden. Und wenn die untersten Blätter die Erde berühren, zögere nicht, sie abzuschneiden. Am besten stehen die Tomaten regengeschützt (da ist ein überdachter Balkon natürlich ideal). Das erklärt, warum die Tomate auf Balkonen besonders gut gedeiht, denn da findet sie oft ideale Wachstumsbedingungen.

Der Grund für all diese Maßnahmen ist, dass die Tomate leider besonders anfällig für Pilzkrankheiten ist, die von feuchtwarmen Klimas begünstigt werden. Die befürchtete Braun- und Krautfäule ist da die größte Gefahr. Zu den Vorsichtsmaßnahmen beim Gießen tragen eine luftige Lage, genug Abstand zwischen den Pflanzen, vor allem von Kartoffelpflanzen (wenn Du welche hast) zusätzlich zu guter Gesundheit bei.

Buschtomaten bedürfen normalerweise keine weitere Pflege. Stabtomaten hingegen, die bis 2m hoch werden können, brauchen eben einen Stab, der den Haupttrieb stützen sollte. Am besten ist es, wenn Du den Stab gleich beim Einpflanzen in die Erde setzt. So kannst Du die Wurzel nicht verletzen. Den Haupttrieb kannst Du dann nach und nach daran festbinden.

Die zweite wichtige Maßnahme für eine reichliche Ernte, ist das sogenannte „Ausgeizen“ der Nebentriebe, die bei den Blattachseln wachsen. So lenkst Du die Energie der Pflanze in den Haupttrieb und schließlich in die Früchte. Du kannst sie einfach mit der Hand abbrechen, sobald sie erscheinen. Auch einem Versuch wert: Du kannst die ausgegeizten Triebe wieder in die Erde setzen, es soll ganz gut funktionieren.

Und zum Schluss musst Du noch wissen, dass die typischen gelben Tomatenblüten eine Bestäubung brauchen. Wenn Du beobachtest, dass die Blüten abfallen, ohne dass sich daran Früchte entwickeln, braucht Du gar nicht weiter rätseln. Nimm einen weichen Pinsel zur Hand und fahre damit vorsichtig über die Blüten. Das ist ganz einfach!

Die Tomate auf dem Balkon

Du hast einen warmen und sonnigen Balkon? Die Tomate ist für Dich gemacht. Die klassischen Varietäten, die in die Höhe wachsen, brauchen recht viel Platz, gedeihen aber in großen Töpfen prächtig. Und wenn Du nur wenig Platz hast, wähle einfach eine von den Buschtomatensorten. Sie brauchen keinen Stab, müssen nicht ausgegeizt werden und bleiben sehr kompakt (ca. 20cm hoch).

Die Tomate kannst Du außerdem zusammen mit Kräutern wie Basilikum pflanzen, oder auch in die Nähe von Karotten, Radieschen und Spinat.

Empfehlung: unbedingt (oder fast)

Wenn Du nur eine Gemüsepflanze auf Deinem Balkon anbauen möchtest, entscheide Dich für die Tomate. Mit ihr kannst Du verfolgen, wie sich eine Pflanze vom Samen, bis zur Blüte und zur Ernte weiterentwickelt. Um Tomaten anzubauen muss man ein paar Sachen wissen, aber so schwierig ist es nicht. Wenn Du Dich an dem haltest, was Du hier gelesen hast, wirst Du bald die besten Tomaten ernten, die Du je gegessen hast. Versprochen!

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