Warum habe ich ihn ausgewählt?

Der Oregano, auch unter dem Namen “echter Dost” bekannt, ist ein klassisches Gewürz der Mittelmeerküche. Die französische Küche zieht ihm zwar oft seinen nahen Verwandten den Majoran vor, auf der Pizza oder in der italienischen Tomatensauce darf er auf keinem Fall fehlen. Auch in Griechenland und in Spanien wird er gern und viel verwendet.

Zusätzlich zu seinen kulinarischen Talenten, verträgt die Oreganopflanze sowohl Hitze als auch Trockenheit. Und er hat noch mehr Qualitäten, die wir später noch entdecken werden. Für einen sommerlichen Balkon ist er jedenfalls ganz gut geeignet.

Porträt

Herkunft und Familie

Der Oregano, wissenschaftlich “origanum vulgare”, gehört der Familie der Lippenblütler an, und zählt andere aromatischen Kräuter wie das Basilikum, den Lavendel oder den Salbei zu seinen Verwandten. Man nennt ihn manchmal auch “wilden Majoran”, was meiner Meinung nach, etwas irreführend ist. Beide stehen sich tatsächlich sehr nahe, jedoch ist der Oregano keinesfalls die wilde Form des Majorans, wie es der Name vielleicht vermuten ließe. Das sind einfach zwei verschiedene Pflanzen, die auch verschiedene Eigenschaften haben. Der Oregano zum Beispiel ist winterhart, der Majoran hingegen nicht.

Der echte Dost stammt aus den Mittelmeerraum, was seine Verwendung in den traditionellen Küchen dieser Regionen erklärt. Allerdings ist er seit der Antike vor allem als Heilpflanze, manchmal sogar mit magischen Eigenschaften, bekannt.

Nicht nur für seinen leicht bitteren und scharfen Geschmack, sondern auch für seine entzündungshemmende und verdauungsfördernde Eigenschaften wird er geschätzt. Als Tee wirkt er bei Verdauungsproblemen und Erkältungen unterstützend. Auch als Vertreibungsmittel gegen Teufel und Hexen soll er helfen. Letzteres ist allerdings nicht 100%-ig nachgewiesen 😉 !

Vom Süden Europas aus hat er sich dann in die Gärten und Töpfe aller gemäßigten Regionen Europas und der Welt verbreitet.

Klimatische Ansprüche und Nährstoffbedarf

Ein Blick auf seine Herkunft, und es wird sofort klar, welche Lebensbedingungen der Oregano bevorzugen wird: Wärme und Sonne. Allerdings ist er auch überraschend winterhart, und kommt mit Frost gut klar, zumindest vorübergehend. Im Topf solltest Du trotzdem darauf achten, dass die Wurzeln nicht erfrieren, indem Du ihm etwas Schutz bietest.

In einer sonnigen Lage, einem durchlässigen und warmen Boden, wird der echte Dost mit etwas Kompost oder Hornspänen im Frühjahr rundum glücklich sein. Mehr Dünger braucht er auch wirklich nicht. Denn zu viel Dünger schwächt nicht nur die Pflanzen, indem er sie zu leichten Opfern für allerlei Schädlinge macht. Mit weniger Dünger wird Dein Oregano einfach aromatischer, und das wollen wir schließlich ja auch!

Pflege

Ein verbreiteter Irrtum (dem ich auch mal unterlegen bin), ist zu glauben, dass wärme- und sonnenliebende Pflanzen nur wenig Wasser brauchen. Im Garten kann der Oregano längere trockene Phasen gut überstehen. Vergiss jedoch nicht, dass es im Topf etwas anders ausschaut. In einem Behälter, wo das Erdvolumen per Definition eingeschränkt ist, sind die Wasserreserven bald aufgebraucht. Es wird vielleicht nicht notwendig sein, ihn im Hochsommer morgens und abends zu gießen. Jedoch darf die Erde nicht komplett austrocknen. Und wer es deutlicher gesagt haben möchte: wie sein Cousin der Salbei, lässt der Oregano die Blätter hängen, wenn er Durst hat. Damit müsste alles klar sein! Vermeide also konstante Feuchtigkeit, aber gieße ihn großzügig. In einer gut drainierten Erde ist es auch kein Problem, da das überflüssige Wasser einfach abfließen wird. Vergiss nur nicht, das Wasser aus dem Untertopf auszugießen.

Am Anfang des Frühlings kannst Du ihm ruhig einen ordentlichen Rückschnitt verpassen (ca. um 1/3), damit er schön kompakt bleibt. Ein wenig Dünger (in Form von Kompost oder Hornspäne, wie bereits erwähnt), und schon wird er in die neue Saison durchstarten. 

Du kannst entweder eine “fertige” Jungpflanze in der Gärtnerei kaufen, oder ihn ab April aussäen (meine Pflanze habe ich auch vor ein paar Jahren ausgesät). Wenn Du Dich für die Pflanze entscheidest, achte darauf, dass diese ordentliche Triebe hat (also fast verholzt) und kleine Blätter. Weiche Triebe und große Blätter deuten oft auf eine Überdüngung.

Den echten Dost kannst Du auch im Herbst ganz einfach teilen, oder im Spätsommer durch Stecklinge vermehren. Vielleicht kennst Du sogar jemanden, der Dir ein Stück von seiner Pflanze abgeben will?

Ernte

Man kann den Oregano ganzjährig ernten, im Winter allerdings in Maßen. Dafür schneidest Du einfach die Triebe eine Handbreit über dem Boden ab. Der beste Zeitpunkt für die Ernte ist jedoch während der Blüte zwischen Juli und September. Da unterscheidet sich der Oregano ein wenig von anderen Kräutern, die normalerweise vor der Blüte am aromatischsten sind.

Darüber hinaus haben frische Oreganoblätter einen herben Geschmack, der etwas milder wird, wenn man sie trocknet. Wenn Du erfahren möchtest, wie Du Kräuter haltbar machen kannst, kannst Du hier klicken. Noch etwas Besonders bei dem Oregano ist, dass er im Gegenteil zu vielen anderen Kräutern, seinen Geschmack nicht verliert, wenn man ihn mitkocht. Und das beste zum Schluss: auch die Blüten kannst Du verzehren (ich persönlich überlasse sie jedoch lieber den Bienen).

Schädlinge und Krankheiten

Oregano ist keine heikle Pflanze, und er hat auf meinem Balkon bereits ein paar heiße Sommer trotz Schädlingsbefall gut überstanden. Er steht auf dem Speiseplan von Läusen und roten Spinnen. Regelmäßige Kontrollen und eine schnelle Reaktion (mit Seifenwasser oder einfachen Duschen zum Beispiel) sind ratsam. Auch Zikaden sollen ihn mögen, aber ich habe noch nie welche auf meinem Balkon gehabt. Alles in allem hat bisher nichts meinen Oregano kaputt machen können.

Der echte Dost auf dem Balkon

Ich habe bisher von der Verwendung des Oreganos in der Küche und in der Heilkunst gesprochen, aber er hat noch mehr anzubieten. Von Juli bis September schmückt er sich mit hübschen weißen oder rosa Blüten, die besonders bei Bienen, Schmetterlingen und Schwebfliegen beliebt sind. Wenn Du ein wenig Hilfe bei der Bestäubung Deiner Pflanzen brauchst, kann Dir der Oregano zur Seite stehen.

Zusätzlich zum klassischen Oregano mit grünen Blättern gibt es außerdem Varietäten mit goldenen oder panaschierten Blättern, die einer Zierpflanze richtig würdig sind.

Gute Nachbarn, schlechte Nachbarn

Am Einfachsten kombinierst Du den Oregano mit anderen mediterranen Kräutern. Bei mir steht er in einer Blumenkiste zwischen dem Thymian und dem Rosmarin. Allen drei geht es prächtig. Salbei, Basilikum und Bohnenkraut werden häufig auch als gute Nachbarn genannt. Meines Wissens braucht Basilikum allerdings viel mehr Wasser, was die Pflege etwas schwieriger macht.

Empfehlung: unbedingt (oder fast)

Der Oregano ist eine pflegeleichte Pflanze, die sich auf allen sonnigen Balkonen gut einleben wird. Er nimmt nicht viel Platz und kann in einem kleinen Topf oder einer Blumenkiste gedeihen. Bei regelmäßigen Rückschnitten wird er nicht höher als 50cm.

Regelmäßig gießen ist bei ihm wichtig, er ist jedoch nicht nachtragend, und erholt sich schnell wieder, wenn er einmal vergessen wird. Auf alle Fälle kommt er mit Hitze ganz gut zurecht, was auf dem Balkon sehr wichtig ist.

Ob wegen der Pizza, seinen schönen Blüten oder seinen süßen, manchmal panaschierten eiförmigen Blättern, der Oregano darf nicht auf dem Balkon fehlen. Ein richtiger Alleskönner, den es zum Entdecken gilt.

Wächst bei Dir auch Oregano auf dem Balkon? Wir freuen uns, wenn Du Deine Erfahrungen in den Kommentaren unten mit uns teilst.

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