Warum ich sie ausgewählt habe?

Abgesehen davon, dass die grüne Minze ein Klassiker auf Balkongärten ist, darf sie in manchen Rezepten einfach nicht fehlen (sei es für Speisen oder Getränke). Ohne Minze, keine Kärtner Kasnudeln, die diesen Namen verdienen… (auch wenn es sich theoretisch um eine ganz spezielle Minzeart handelt). Denn sie ist oft für das gewisse, unbeschreibliche Etwas in unseren Speisen verantwortlich. Aber im Supermarkt ums Eck wird sie nicht immer angeboten. Und wenn man nach langer Suche doch einen Bund gefunden hat, kommen ein paar Blätter rein in die Schüssel. Aber was mache ich mit dem Rest? Frische Kräuter haben ja auch noch die schlechte Angewohnheit, sehr schnell an Frische und Aroma zu verlieren.

Mit einer Minze im Topf, ist das alles kein Problem mehr. Sie ist einfach immer bei der Hand, und ich kann nur das ernten, was ich brauche. Immer frisch und ohne Verschwendung. Und die grüne Minze kann noch viel mehr, das werden wir gleich sehen.

Porträt

Herkunft und Familie

Aufmerksame Leser dieses Blogs werden es sofort erraten… Genau, wie die meisten ihrer Kräuterverwandten gehört die Minze der Familie der Lippenblütler an. Vielleicht sollte ich sogar die „Minzen“ sagen, da es davon mehr als 100 Arten gibt. Die Bekanntesten unter ihnen sind wohl die grüne Minze (mentha spicata), auf die ich mich hier konzentrieren werde, und die Pfefferminze (mentha x piperita). Beide haben diesen typischen Minzegeschmack (sehr ausgeprägt für die Pfefferminze) aber es gibt inzwischen viele verschiedene Geschmacksrichtungen. Angefangen mit Apfel, Bergamotte bis hin zu Schokolade, Ananas, Zitrone, Grapefruit, Orange, Ingwer… Es ist fast alles dabei!

Und das ist noch nicht alles. Auch verschiedene Blätter hat die Minze anzubieten, wie zum Beispiel die Ananasminze und ihre weiß-grüne panaschierte Blätter, oder die rötliche Pfefferminze.

Darüber hinaus besitzt die Minze die Fähigkeit, sich leicht und selbständig mit anderen Minzearten zu kreuzen. Auch aus diesem Grund existieren unzählige Hybride. Deshalb solltest Du nicht mehrere Varietäten gemeinsam in einem Topf setzen (außer wenn Du ein wenig experimentieren möchtest), da sie sich sehr wahrscheinlich vermischen werden.

Auch die Minze kommt aus dem Mittelmeerraum und Kleinasien. Ihre natürliche Umgebung sind warme und feuchte Wiesen. Sie wird in Europa seit der Antike kultiviert, und ihre Heileigenschaften werden seit langem geschätzt. Noch ein kleines Detail der Geschichte: der Legende nach trägt sie den Namen der Nymphe Menthe, in die Hades sich verliebte. Schließlich wurde sie in eine Minzpflanze verwandelt. Das hat man davon…

Klimatische Bedürfnisse und Nährstoffbedarf

Wie die meisten Küchenkräuter mag die grüne Minze die Sonne, wenn auch in Maßen. Die Mittagssonne wäre für sie zu viel des Guten, aber einen Platz im lichten Halbschatten ist ideal. Auch im Schatten wächst sie, jedoch wird ihr Geschmack da nicht so intensiv.

Ihre grünen, saftigen Blätter und ihre Herkunft lassen es auch erahnen: die Minze hat gerne frische und etwas feuchte Böden. Sie braucht also regelmäßig Wasser, und auf Balkonen, die sehr oft ziemlich heiß werden, kann eine Mulchschicht eine ausgezeichnete Idee sein. Achte jedoch darauf, dass der Boden gut drainiert ist, und lasse das Wasser nicht im Untertopf stehen.

Zum Schluss auch wenn die Minze nicht besonders wählerisch ist, schätzt sie ganz besonders humusreiche Böden. Ein wenig Kompost oder Hornspänne zu Frühlingsbeginn, und sie wird bestimmt glücklich. Danach kannst Du sie einmal im Monat mit ein wenig flüssigem, biologischem Dünger versorgen. Aber da auch ist Vorsicht geboten: sei immer mit Dünger sparsam, da zu viel Dünger, die Pflanzen schwächt und das Aroma „verwässert“.

Pflege

Wir haben es bereits gesehen, die Minze braucht Wasser, viel Wasser. Sie darf auf keinem Fall austrocknen, auch wenn sie manchmal unkaputtbar wirkt… Am richtigen Standort, mit genügend Wasser, wird sie es Dir mit üppigem Wachstum danken. Und da wären wir auch beim Problem angelangt (wenn man das so sagen kann). Denn unter guten Bedingungen neigt die Minze zum Wuchern und sie braucht ab und zu einen ordentlichen Rückschnitt, wenn sie nicht die Überhand gewinnen soll.

Vor der Winterpause ist ein bodennaher Rückschnitt auf jeden Fall angesagt. So hast Du für Deinen Tee im Winter auch gleich ausreichend Blätter zum Trocknen (mehr zum Haltbar Machen von Kräutern gibt es hier). Und wenn das Wachstum Deiner Pflanze es erlaubt, kannst Du sie sogar am Anfang des Sommers auch schon zurückschneiden. Sie wird gleich wieder durchstarten, und Du kannst dann wieder die ganze Saison bis in den Herbst hinein ernten.

Im Prinzip ist die grüne Minze gut winterhart und sie verträgt winterliche Temperaturen ganz gut. Wie bei allen Topfpflanzen kann allerdings etwas Winterschutz nie schaden. Denn der Wurzelballen darf nicht frieren. Achtung auch bei den originelleren Varietäten, sie sind nicht alle winterhart. Am besten fragst Du in Deiner Lieblingsgärtnerei genau nach.

Schließlich ist die Minze eine robuste Pflanze und sie hat nur wenige Feinde. Pilzkrankheiten wie die Rostkrankheit können sie befallen, wenn sie zu feucht steht. In diesem Fall solltest Du die betroffenen Blätter so schnell wie möglich entfernen. Auch der Minzeblattkäfer (chrysolina herbacea) kann bei ihr Schäden anrichten. Da ist es auch am besten, wenn Du sie einfach sammelst. Die Minze soll hingegen Läuse und Gelsen fernhalten. So praktisch!

Die grüne Minze auf dem Balkon

Es ist nicht nur möglich, die Minze auf seinem Balkon anzubauen. Sie ist faktisch dafür gemacht. Denn sie neigt dazu, zahlreiche Ausläufer zu bilden und den Raum für sich in Anspruch zu nehmen. Im Garten wird es oft empfohlen, sie im Topf einzusetzen. Ich habe sogar beobachtet, wie ihre Ausläufer Töpfe aus Plastik durchbohrt haben. Ganz schön stark, die kleine Minze! Auf jeden Fall sollte sie einen Einzelplatz im Topf bekommen.

In der Küche kannst Du sie zum Würzen verwenden, und ihre frischen oder getrockneten Blätter kannst Du in Tees und Getränken verwenden. Du kannst sie in der warmen Jahreszeit jederzeit ernten. Und nicht zu vergessen: ihre rosa, weißen oder lila Blüten sind nicht nur das Auge eine Weide, sondern auch für die Bienen.

Empfehlung: unbedingt

Eine kleine, duftende und pflegeleichte Pflanze, die auch noch wenig Platz braucht (regelmäßig zurückschneiden), das ist die Minze. Sie braucht nur ein wenig Zuwendung und Sonne. Sie ist robust, winterhart und vielseitig. Magst Du auch die Minze so gern? Lasse es uns in den Kommentaren wissen.

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