Warum ich sie ausgewählt habe?

Das ist wohl ganz einfach, die Pelargonie ist ein absolutes Muss. Es ist wohl DIE Balkon- und Terrassenpflanze par excellence. Sie mag zwar manchmal etwas altbacken wirken, aber das ist aus meiner Sicht völlig ungerecht. Denn die Pelargonie hat viele Vorteile: sie ist robust, verträgt das heiße Klima auf Sommerbalkonen ganz gut und es gibt sie in vielen verschiedenen Farben und Sorten. Das ist die Qual der Wahl! Außerdem ist sie ganz leicht zu kombinieren und lässt viel Fantasy zu. Probiere sie aus und Du wirst begeistert sein.

Porträt

Herkunft und Familie

Zuerst eine Warnung: es besteht Verwirrungsgefahr! Denn was oft unter dem Namen „Geranie“ zu finden ist, ist eben kein Geranium (im botanischen Sinne) sondern eben ein Pelargonium. Daher werde ich ab hier in diesem Artikel nur noch von der Pelargonie reden, auch wenn damit die gute alte Geranie gemeint ist (alles klar soweit?). Die Pelargonie also gehört der Familie der Gerianaceae oder Storchschnabelgewächse. Im Gegenteil zur Geranie handelt es sich nicht um eine heimische Pflanze.

Ursprünglich kommt die Pelargonie aus Südafrika, aus der Kap-Region um ganz genau zu sein. Dort wachst sie sogar noch immer als Wildpflanze. Sie wurde im 17. Jahrhundert in Europa eingeführt. Für alle Gärtner und Botanikliebhaber, die sich auch noch für Geschichte interessieren, gibt es hier mehr zu lesen.

Ihre Karriere hat sie als exotische Pflanze in den Orangerien dieser Welt begonnen. Seither hat sie Balkone und Fensterbänke wortwörtlich erobert. Die Pelargonie auf Omas Balkon ist ein Hybrid, die aus der Mischung verschiedener Pelargonienarten entstanden ist.

Die großen Pelargonienfamilien

Um das Thema kurz zu halten, solltest Du Dir die folgenden 4 Hauptfamilien merken:

  • Die stehende Pelargonie auch „Pelargonium x hortorum“ genannt wächst eben aufrecht. Ihre runden Blätter zeichnen sich oft durch einen mehr oder weniger sichtbaren Ring aus. Ihre Blüten können ungefüllt oder gefüllt sein und sie erreicht in der Regel eine Höhe von 25 bis 40 cm. Von allen 4 Hauptsorten ist die stehende Pelargonie die robusteste. Einige Varietäten werden eher für ihren Blattschmuck kultiviert und haben kleinere Blüten oder sogar gar keine. Sie sind in der Regel etwas heikler als die „normal“ blühende Varietäten.
  • Die Hängepelargonie oder „Pelargonium peltatum“ wächst, wie es der Name bereits verrät hängend. Ihre Zweige können bis 150cm lang werden. Auch sie ist nicht so robust wie die stehende Pelargonie.
  • Die Edelpelargonie oder „pelargonium grandiflorim“ ist hingegen grundsätzlich eine Zimmerpflanze, auch wenn es mittlerweile neue Sorten für draußen auf dem Markt gibt.
  • Die Duftpelargonie oder „pelargonium odoratissum“ mit ihren duftenten Blättern, die in verschiedenen Varianten von Schokolade bis zu Rose oder Zitrone zu finden sind. Sie soll auf auf dem Balkon unerwünschte Insekten wie Wespen und Gelsen eine abschreckende Wirkung haben.

So und jetzt hätten wir es mit der Theorie geschafft. Nun können wir zur Praxis übergehen.

Klimatische Bedürfnisse und Nährstoffbedarf

Alle Pelargonien haben dies gemeinsam: sie mögen besonders milde Temperaturen und großzügige Sonnenlagen. Ein Blick auf ihre Herkunft wiederum spricht schon Bände. Je mehr und länger Sonne sie bekommt, desto zahlreicher werden die Blüten auch. Allerdings ist eine Lage im Halbschatten nicht gänzlich ausgeschlossen, die Blütenpracht wird nur etwas weniger üppig. Der große Vorteil der Pelargonie, dem sie sicherlich ihre große Beliebtheit zu verdanken hat, ist dass sie die sommerliche Hitze gut verträgt. Da wo andere Pflanzen schlapp machen, kann sie ganz gut gedeihen.

Die Rückseite der Medaille (das musste so kommen…) ist allerdings, dass die Pelargonie nicht winterhart ist. Passe auf die Spätfrostgefahr im Frühjahr auf, oder auch auf den kalten Wind. Und wenn man vom Wind spricht: das ist nun mal nicht der Pelargonie beste Freund. Ihre Zweige brechen relativ leicht ab, daher sollte sie an einem möglichst windgeschützten Platz stehen.

Auch für alle Pelargonienarten gültig: es handelt sich um einen Starkzehrer, der für eine üppige und langanhaltende Blüte einen nährstoffreichen Boden und regelmäßige Düngereinheiten braucht. Am besten gibst Du bei Einsetzen der Pflanze eine gute Portion Kompost dazu. Zusätzlich kommt wöchentlich etwas organischen Flüssigdünger in das Gießwasser dazu.

Und zum Schluss braucht die Pelargonie trotz oder wegen ihrer großen Liebe zur Sonne viel und regelmäßig Wasser. Sie verträgt zwar gelegentliche Trockenheit, aber es darf nicht zur Gewohnheit werden. Lasse sie nicht komplett austrocknen. Sobald die Erde an der Oberfläche sich trocken anfühlt, ist es Zeit, zur Gießkanne zu greifen. Übrigens ist ausgiebiges Gießen besser als häufiges, da es die Wurzelbildung anregt.

Pflege

Wasser, Sonne und reichlich Nährstoffe, das ist alles was die Pelargonie braucht. Wenn Du auch noch regelmäßig die Pflanze ausputzt (d.h. die welken Blüten entfernst), was für die hängenden Sorten sogar zum Teil überflüssig ist, werden Deine Bemühungen mit einer großzügigen Blütenpracht vom April bis Oktober belohnt.

Das wichtigste bei der Pelargonienpflege  und vielleicht schwierigste, wenn der Raum begrenzt ist, ist allerdings die Überwinterung. Wie ich es bereits erwähnt habe, ist die Pelargonie nicht winterhart. Sie mag die Kälte überhaupt nicht. Sie ist wirklich robust und verzeiht den einen oder anderen Pflegefehler, aber Frost bedeutet ihr Ende. Wenn Du ihr hilfst, den Winter zu überleben, wird sie dich jedoch jahrelang begleiten. Zum Überwintern benötigt sie einen hellen und frischen (zwischen 5 und 10 Grad) Ort. Das kann also ein helles Stiegenhaus sein, eine Garage mit Fenster oder im Idealfall ein Wintergarten oder eine Loggia.

Manche empfehlen, sie dafür aus der Erde zu nehmen, aber ich finde es persönlich zu umständlich und stressig für die Pflanze. Ich lasse sie also in ihrem Topf, schneide sie auf ca. 10cm zurück und entferne sämtliche Blüten und Blütenknospen. Danach bleibt sie im Wintergarten. Sie wird wenig (alle 2-3 Wochen) gegossen. Zusätzlich stelle ich ab August das Düngen ein, um sie nicht unnötig zum Wachsen anzuregen.

Die Pelargonie vermehren

Der Herbst ist der ideale Zeitpunkt, um Deine Pelargonie über Stecklinge zu vermehren. Verwende dafür einfach die Zweige, die Du gerade abgeschnitten hast. Am besten schneidest Du sie mit einer Gartenschere ab, und stecke sie 2cm tief in Aussaaterde. Anschließend kommen die Stecklinge an einen frischen und hellen Ort (ohne direkte Sonneneinstrahlung) und werden regelmäßig gegossen. Sobald neue Blätter zu sehen sind, weißt Du auch dass die Operation gelungen ist. Zu Beginn der nächsten Saison, wenn die Frostgefahr vorüber ist, ist es dann Zeit die Jungpflanzen umzutopfen und rauszustellen.

Und last but not least kann auch die robuste Pelargonie von Schädlingen wie Läusen, weiße Fliegen und roten Spinnen befallen werden. Vergiss also nicht, regelmäßig zu kontrollieren, ob alles in Ordnung ist.

Die Pelargonie auf dem Balkon

Sie ist nicht nur robust und tolerant, sie lässt sich auch mit anderen Balkonklassikern wie Petunien und jetzt ganz modern Zauberglöckchen kombinieren. Mit dieser Mischung geht man auf Nummer sicher. Nur etwas altbacken kann es nun mal wirken. Persönlich (weil ich Petunien und Zauberglöckchen doch etwas zu künstlich finde) bevorzuge ich Kombinationen mit Kräutern wie dem Salbei, dem Oregano, dem Thymian oder dem Eisenkraut. Auch mit Erdbeeren kann man sie gut kombinieren zum Beispiel. Und natürlich kann man sie in Gruppen pflanzen, in einem Metallgefäß im Shabby Chic Stil oder traditioneller im Terracotta-Topf. Tobe Dich ruhig aus!

Empfehlung: unbedingt (oder fast)

Vergiss Vorurteile und gib der Pelargonie eine Chance auf Deinem Balkon! Sie ist nicht so altmodisch wie sie scheint. Es gibt sie in unzähligen Varianten und sie kann in allerlei Assoziationen zum Einsatz kommen. Mit ein wenig Fantasy passt sie sich jedem Deko-Stil an. Sie braucht zwar ein wenig Pflege (siehe oben) aber die benötigten Maßnahmen sind sehr einfach. Wenn Du Anfänger bist, und Blumenliebhaber(in) bist, probiere sie unbedingt aus. Sie wird Dich nicht hängen lassen.

Und was haltest Du von der Pelargonie? Hast Du welche auf Deinem Balkon? Teile Deine Meinung mit uns und schreibe ein Kommentar unter diesem Artikel.

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