Warum ich ihn ausgewählt habe?

Vielleicht wegen dem Blauen in seinem Namen? Nein, im Ernst… Es ist zwar nicht ganz so gewesen, aber es klingt schon mal spannend, oder? Der Blauschwingel gehört erstmal zu den Gräsern, die momentan ganz hoch im Kurs stehen. Aber das ist noch lang nicht alles… Seine Blätter sind wirklich interessant, vor allem wenn es auf dem Balkon an Farben mangelt. Und er ist immergrün (oder immerblau, je nach dem…). Im Herbst oder im Winter zeigt er sich von seiner besten Seite. Zu dieser Jahreszeit ist er tatsächlich auf meinen Balkon eingezogen. Und das war kein Zufall…

Porträt

Herkunft und Familie

Der Blauschwingel oder „festuca glauca“ gehört also der Familie der Gräser oder Poaceae. In dieser Pflanzenfamilie findet man ganz klar Gräser aber auch andere prominente Mitglieder wie den Weizen, andere Getreidearten, den Reis, den Zuckerrohr oder den Bambus. Insgesamt gibt es über 300 Poaceae-Arten. Darüber hinaus kommt der Blauschwingel aus den steinigen, trockenen und warmen Gegenden dieser Welt.

Klimatische Bedürfnisse und Nährstoffbedarf

Ein Blick auf die Herkunft des Blauschwingels verrät uns schon sehr viel über seine Bedürfnisse an Luft und Boden. Wenig überraschend braucht er also viel Sonne. Eine vollsonnige Lage wird äußerst gerne gesehen. Lustiges Detail am Rande: die Blätter des Blauschwingels sind von einer Art Wachs überzogen, das ihn vor starken Sonnenstrahlen schützt. Wir haben also vor uns eine Pflanze mit integriertem Sonnenschutz sozusagen. Und wenn Dein Balkon nicht direkt nach Süden schaut, ist auch nicht alles verloren. Er ist nicht wählerisch, und wird sich wohl auch mit Halbschatten zufriedengeben.

Zweiter Hinweis aus seiner Herkunft: der Blauschwingel mag karge, trockene und gut drainierte Böden. Dünger braucht er also überhaupt keinen (außer vielleicht etwas Kompost beim Einsetzen). Außerdem wird gießen bei ihm sicher nicht allzu anstrengend. Im Gegenteil musst Du eher darauf aufpassen, ihn nicht zu viel zu gießen. Du kannst normale Erde mit etwas Sand vermischen oder sogar Aussaaterde verwenden. Und achte auch darauf, das Wasser im Untertopf zu entfernen. Leitungswasser kannst Du übrigens auch verwenden, denn er mag Kalk. Sieht so aus als hätten wir die perfekte Pflanze gefunden!

Pflege

Ganz ehrlich: hier ist wenig zu sagen, denn der Blauschwingel braucht faktisch keine Pflege. Einfacher geht gar nicht… Eventuell (und ich sage wirklich eventuell) kannst Du ihn zum Frühlingsbeginn etwas zurückschneiden, sollte er etwas unansehnlich geworden sein. Sollte er nach Deinem Geschmack zu viele gelbe Blätter bekommen haben, kannst Du sie einfach mit der Hand auszupfen. Schneide ihn jedoch nicht vor dem Winter zurück: das würde ihn zu sehr schwächen. Wir wollen schließlich, dass er den Winter gut übersteht.

A propos Winter, noch ein Tipp (der im Übrigen für alle Topfpflanzen gilt). Im Prinzip ist der Blauschwingel winterhart, und er kann durchaus Wintertemperaturen aushalten. Allerdings ist bei Topfpflanzen (seien sie auch so winterhart) Vorsicht geboten. Denn friert der Boden ein, können sie sich nicht mehr ernähren und Wasser aufnehmen. Das wäre ihr Tod. In diesem Fall empfehle ich, den Topf in eine Decke oder ein Vlies einzuwickeln, und/oder windgeschützt näher an die Wand zu rücken. Im Winter solltest Du den Blauschwingel auch nur selten gießen, denn er mag Feuchtigkeit gar nicht. Unter diesen Bedingungen brauchst Du Dich übrigens gar nicht vor Schädlingen oder sonstigen ungebetenen Gästen zu fürchten. Denn er ist für so was gar nicht anfällig.

Zum Schluß kannst Du ihn alle paar Jahre teilen, damit er schön grün und saftig bleibt. Denn er neigt dazu, von innen aus zu verkahlen. Das ist dann aber wirklich alles, mehr braucht er nicht.

Der Blauschwingel auf dem Balkon

Für all diejenige, die eine pflegeleichte Pflanze suchen, die auch noch die Hitze auf sommerlichen Balkonen gut verträgt, ist der Blauschwingel ein heißer Tipp. In einem Topf mit passendem Substrat (nährstoffarm und gut drainiert), wird er vor sich hin gedeihen, ohne viel Aufmerksamkeit zu verlangen. Einmal niedergelassen, wird er es Dir sogar verzeihen, wenn Du ab und zu vergisst, ihn zu gießen. Jedoch Vorsicht bei jungen Pflanzen: bis er nach dem Einsetzen neue Blätter bekommt (das Zeichen, dass er sich gut verwurzelt hat), solltest Du ihn etwas öfter gießen (ohne ihn zu ertrinken natürlich). Und auch ganz klar: auch der Blauschwingel ist kein Kaktus!

Wir haben also da schon mal eine pflegeleichte Pflanze, die wenig Arbeit verursacht. Es ist schon mal gut, ist aber noch nicht alles, was der Blauschwingel kann. Er ist nicht nur ganz bescheiden, er macht auch ziemlich was her. Er wird allen Balkonen ein modernes und grafisches Flair geben. Mit seinen immergrünen, pardon, immerblauen Blättern bildet er im Sommer einen wunderschönen Rahmen für seine blühenden Nachbarinnen an. Im Winter bringt er etwas Farbe in den grauen Alltag. Genau für diesen Zweck habe ich ihn auch damals ausgesucht. Blühen kann er übrigens auch (er kriegt dann ährenartige Blüten, kann also seine Verwandtschaft mit dem Weizen nicht leugnen), aber es ist vor allem sein origineller Blattschmuck, der ihn interessant macht.

Je kärger der Boden und wärmer die Temperaturen, desto blauer wird er. Du kannst ihn mit Pflanzen wie Lavendel, Sedum-Arten, Hauswurzen oder Wolfsmilch kombinieren, die ähnliche Bedürfnisse haben. Denn Gelb und Purpurrot harmonieren ganz besonders gut mit dem Blauen des Blauschwingels.

Empfehlung: unbedingt (oder fast)

Der Blauschwingel ist ideal für den entspannten Balkongärtners. Er wächst niedrig und kissenartig (er erreicht max. 15-30cm Höhe und 20cm Durchmesser) und gedeiht auch in Töpfen prächtig, wenn er genug Sonnenlicht abbekommt. Und was die Erde betrifft, zeigt sich wieder mal der große Vorteil eines Gartens in Töpfen. In großen und kleinen Töpfen bist Du komplett flexibel und nicht von den Eigenschaften der Gartenerde abhängig.

Wenn Du Anfänger bist, oder nur wenig Zeit für Deinen Balkongarten hast, ist der Blauschwingel die richtige Pflanze für Dich. Gieße ihn sparsam, und alles wird gut. Er wird Dich ein paar Jahre begleiten, im Sommer so wie im Winter.

Wächst vielleicht bei Dir auch Blauschwingel auf dem Balkon? Sage uns, was Du davon haltest in den Kommentaren unten.

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