Warum ich sie ausgewählt habe?

Du fragst Dich vielleicht, wie man auf die Idee kommen kann, diese wilde Pflanze auf dem Balkon anzubauen. Bei dem Gedanke an die süßen, kleinen Früchte wird es sicherlich sofort klarer. Erdbeeren sind schon nett, aber doch irgendwie immer das gleiche. Und diese Challenge soll ja zu mehr Kreativität anregen 😉 Was nun, wenn man etwas Abwechslung auf dem Balkongarten wünscht? Hier habe ich schon über den Zwergpfirsichbaum berichtet zum Beispiel. Aber auch die Brombeere kann eine gute Idee sein.

Porträt

Herkunft und Familie

Unsere gute alte Brombeere oder “Rubus fructicosus”, die jeder aus Waldspaziergängen kennt, gehört der Famile der Rosengewächse oder Rosaceae an. So auch die Himbeere zum Beispiel, die ihr sehr ähnlich ist. Aber auch die Erdbeere gehört zur Familie. Es gibt mehr als 2000 Brombeerarten, ohne die Hybriden zu zählen. Da wird schon was für Dich dabei sein!

Für den Balkon würde ich eher zu einer aufrecht wachsenden und stachellosen Varietät raten. Außer Du stehst auf wildes Gestrüpp natürlich. Hier noch ein kleiner Exkurs: man spricht bei der Brombeere tatsächlich von Stacheln und nicht von Dornen. Diese unterscheiden sich von den Stacheln dadurch, dass sie mit dem Stängel der Pflanze zusammenwachsen. Auf alle Fälle sind die neuesten entwickelten Varitäten absolut für die Kultur im Topf geeignet.

Und schließlich ist die Brombeere eine heimische Pflanze, da sie überall in den gemäßigten Regionen der Nordhalbkugel zu Hause ist.

Klimatische Bedürfnisse und Nährstoffbedarf

Wie alle Fruchtpflanzen hat es die Brombeere gerne sonnig. Aber Achtung, wenn sie die Wahl zwischen der prahlen Mittagssonne und dem Halbschatten hat, ist letzterer vorzuziehen. Auf einem hellen Ost- oder Westbalkon wird sie sich am Wohlsten fühlen. Ein bisschen Wärme und Sonne, eine geschützte Lage und den süßen Brombeeren steht nichts mehr im Wege.

Wenn Du die Brombeere in der Natur schon mal beobachtet hast, wirst Du Dir denken, dass sie überall wachsen kann. Und irgendwie stimmt es auch. Was den Boden betrifft ist sie nicht sehr anspruchsvoll, allerdings hat sie ihre Präferenzen, wie jede andere Pflanze auch. Am Besten ist der Boden also frisch, humusreich und leicht sauer. Und da ihre Wurzel eher flach wachsen, hat sie am Liebsten einen großen Topf (25-30l), der ruhig etwas mehr Fläche bietet und weniger Höhe.

Schließlich mag es die Brombeere leicht feucht an ihren Füßen. Sie braucht also regelmäßig Wasser. Um den Aufwand zu reduzieren, kann eine Mulchschicht Wunder wirken.

Pflege

Zusätzlich zu Wasser und einer Mulchschicht wie wir es gerade erfahren haben, kann die Brombeere etwas Dünger zur Blütezeit und in der Zeit, wo sich die Früchte bilden ganz gut vertragen. Dafür eignen sich zum Beispiel etwas Kompost oder Hornspännen besonders gut.

Der Rückschnitt

Aber Du ahnst es vielleicht schon… Das Wichstigste, um unsere Brombeere etwas zu zähmen, ist der Rückschnitt. Die neuen, aufrecht wachsenden  Varietäten wachsen nicht so wild wie die rankenden Sorten. Allerdings bilden sich die Früchte nur an den zweijährigen Trieben. Daher braucht man bald die anderen nicht mehr. Da gibt es jedoch eine Ausnahme: bei den hängenden Sorten bilden sich die Früchte bereits auf den einjährigen Trieben.

Nach der Ernte kannst Du also alle Triebe bodennah zurückschneiden, die Früchte getragen haben. Die diesjährigen Tiebe bleiben hingegen bis zum nächsten Frühjahr stehen. Da können sie auf die gewünschte Höhe zurückgeschnitten werden. Am Besten lässt Du auch nur ein paar davon stehen (max. 5). Die Nebentriebe, die so wie die “Geiztriebe” der Tomaten in den Triebachseln wachsen, kannst Du auch auf 2-3 Augen zurückschneiden. Diese werden dann die Früchte der kommenden Saison tragen.

Im Prinzip ist die Brombeere auch winterhart, aber die bei Topfplanzen üblichen Vorsichtsmaßnahmen sind trotzdem zu beachten. Schütze also den Topf, damit der Erdballen nicht gefriert. Auch gut zu wissen: die stachellosen Varietäten sind etwas empfindlicher als die anderen.

Zum Schluß kommen wir noch zu den Feinden der Brombeere. Sie ist in der Regel sehr robust, aber Läuse und Spinnmilben können sie befallen. Darüber hinaus kann sie unter Pilzkrankheiten wird die Grauschimmelfäule leiden. Regelmäßige Kontrollen sowie Hygienemaßnahmen wie der bereits erwähnte Rückschnitt können jedenfalls zu einer besseren Pflanzengesundheit beitragen.

Die Brombeere auf dem Balkon

Wer die Brombeere auf seinem Balkon anbaut, lädt ein Stück wilder Natur zu sich ein. Außer Du verfügst über sehr viel Platz, empfiehlt es sich eine Varietät auszusuchen, die nicht allzu sehr wuchert, aufrecht  oder sogar hängend wächst. Die Rankenden sind in der Regel etwas schwieriger im Zaum zu halten, und erfordern nicht nur eine Rankhilfe sondern auch mehr Disziplin.

Die Brombeere, das heißt natürlich Früchte am Ende des Sommers, aber auch charmante kleine, weiße oder rosa Blüten ab Mai. Im Winter zeigt sich der kleine Strauch von seiner grafischen Seite, vor allem wenn er mit einer Lichtkette geschmückt wird.

 Um Früchte zu ernten, braucht ihr keine Brombeerekolonie, denn sie ist selbstbestäubend. Allerdings kann ein wenig Unterstützung mit dem Pinsel im Frühjahr nicht schaden. Vor allem wenn die Bienenbesuche etwas zu kurz kommen.

Empfehlung: unbedingt (oder fast)

Alle Fruchtliebhaber mit einem Ost- oder Westbalkon werden mit der Brombeere glücklich. Sollte Dein Balkon nach Süden schauen, braucht sie für die heißesten Stunden des Tages etwas Schatten. Was sie außerdem braucht: regelmäßig Wasser und ein ordentlicher Rückschnitt. Viel mehr Pflege braucht sie nicht.

Achte darauf, eine für den Balkon geeignete, vor allem stachellose Varietät auszuwählen. Somit wirst Du Dich zuerst an ihren hübschen Blüten erfreuen, und dann an ihren Früchten. Vergiss Deine Vorurteile, denn die Brombeere ist nicht so unbändig, wie Du glaubst.

Und Du, für welche Früchte hast Du Dich auf Deinem Balkon entschieden? Teile Deine Ideen und Vorschläge mit uns, in dem Du sie in den Kommentaren unten. Gerne kannst Du auch diesen Artikel teilen, sollte er Dir gefallen haben.

 

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