Wenn sich das Wetter richtig herbstlich (oder mehr) wird, und die Temperaturen sinken, beginnen sich viele Balkongärtner Sorgen zu machen. Wie kann ich meine Pflanzen vor der Kälte schützen? Kann ich überhaupt meine Pflanzen auf der Terrasse / dem Balkon stehen lassen? Werden meine Pflanzen der Kälte standhalten? Wie kann ich ihnen helfen, durch den Winter zu kommen usw.?

Die eifrigen Leser von mein-gruener-balkon kennen das bereits, ich plädiere oft dafür, bei der Auswahl der Pflanzen besonders umsichtig zu sein (siehe zum Beispiel diesen Artikel). Denn die Frage der Winterhärte ist eine dieser Fragen, die du dich am besten VOR dem Pflanzenkauf stellen solltest. Und die richtige Antwort, ob in dieser Hinsicht die eine Pflanze die richtige für dich ist, lautet natürlich, „es kommt darauf an“. Jedenfalls kommt es sehr auf deine Möglichkeiten an, deine kleinen Schätze zu überwintern. Aber ich gebe dir wirklich keine Schuld, wenn du mal daneben gegriffen hast. Wer hat sich noch nie in der Gärtnerei in eine Pflanze verliebt oder ist Opfer einer Verwechslung geworden? Schließlich soll es auch Spaß machen, seinen Balkon zu begrünen!

Wenn du dich mit diesem Thema nicht schon früher auseinandergesetzt hast, ist es also höchste Zeit, es zu tun, wenn das Thermometer anfängt, Nachttemperaturen unter 5°c anzuzeigen (oder sogar schon früher, wenn du exotische Pflanzen hast).

Pflanzen und ihre Toleranz gegenüber Kälte

Die Herkunft der Pflanzen

Zunächst einmal ist klar, dass Pflanzen nicht alle gleich winterhart sind. Auch die Kälte ist nicht überall gleich. Bevor du also deine Pflanzen vor der Kälte schützt, musst du dich mit den folgenden Fragen befassen. Die Herkunft der Pflanzen ist eine wertvolle Information, wenn es darum geht festzustellen, ob sie den Winter ohne besondere Pflege überleben können. Deshalb forsche ich immer gerne nach der Herkunft von Pflanzen, wenn ich sie näher kennenlernen möchte. Wenn du heimische Arten auf deinem Balkon oder deiner Terrasse hast, sind diese auch mit großer Wahrscheinlichkeit an das lokale Klima angepasst. Sie können daher (da, wo du wohnst) problemlos überwintern. Dies ist jedoch keine Garantie, wie wir weiter unten sehen werden. In einigen Fällen können Vorsichtsmaßnahmen erforderlich sein.

Begriffe, die du kennen solltest

Wenn du weißt, welche Arten du auf deinem Balkon gepflanzt oder gesät hast, kannst du im Internet oder in Gartenbüchern / Lexika viele Informationen über die Winterhärte deiner Pflanzen finden. Es mag zuerst für manche klar sein, aber das ist es nicht unbedingt für jeden, besonders für diejenigen, die ohne Garten aufgewachsen ist: es bringt wenig, einjährige Pflanzen zu schützen, sie sterben sowieso am Ende der Saison ab (aber Vorsicht, einige Pflanzen, die bei uns als einjährige wachsen, sind es nicht unbedingt…).

Wenn du Pflanzen in Töpfen gekauft hast, findest du Informationen über die Winterhärte deiner Pflanzen manchmal ganz einfach auf dem Etikett, die oftmals dabei ist, oder manchmal auch auf den Töpfen selbst. Manchmal findest du nur den Namen der bestimmten Varietät, die du gekauft hast, aber das ist schon sehr wertvoll. Pflanzen der gleichen Art, aber unterschiedlicher Varietäten, können auch unterschiedlich winterhart sein (wie z.B. die Minze oder der Salbei).

Ein paar Definitionen

Um diese Informationen „entziffern“ zu können, ist es jedoch wichtig, folgende Begriffe zu kennen:

  • Man sagt, dass eine Pflanze frostempfindlich ist, wenn sie eben keinen Frost erträgt, d.h. Temperaturen unter Null.
  • Die Winterhärte kennzeichnet die Kältetoleranz einer Pflanzenart oder -varietät unter guten Wachstumsbedingungen. Im besten Fall wird die Temperatur angegeben, bis zu der die Pflanze winterhart ist (z.B. „winterhart bis 5°c“). In diesem Fall ist alles klar.
  • Im Allgemeinen gilt eine Pflanze als bedingt winterhart, wenn sie Temperaturen bis zu -5°c verträgt. Wenn sie niedrigere Temperaturen verträgt, ist sie winterhart.
  • Im Gegenteil, eine nicht winterharte Pflanze sollte vor der Kälte geschützt werden, sobald die Temperaturen unter 5°c fallen. Aber leider ist dies keine universelle oder Standarddefinition. Wenn die Angaben nur „winterhart“ oder „bedingt winterhart“ angeben, ist Vorsicht geboten.
  • Ebenso bedeutet der Hinweis, dass eine Pflanze „mehrjährig“ ist, nicht unbedingt, dass sie auch winterhart ist. Tatsächlich ist eine mehrjährige Pflanze in wärmeren Regionen möglicherweise in einer anderen Region nicht winterhart. Manchmal wird die für eine bestimmte Pflanze geeignete Winterhärtezone angegeben. In diesem Fall hilft dir eine Karte wie diese.

In allen anderen Fällen musst du selbst einige Nachforschungen anstellen.

Winterhärte: alles ist relativ

Damit die Dinge auch nicht zu einfach werden, können noch einige, individuelle Faktoren, die Widerstandsfähigkeit deiner Pflanzen beeinflussen. Das sind zum Beispiel:

  • Die Qualität des Substrats: Der Feind Nummer 2 der Pflanzen im Herbst und Winter (nach der Kälte) ist die Feuchtigkeit. In einem gut dränierten Substrat und in einem Topf, der überschüssiges Wasser abfließen lässt, werden deine Pflanzen die Kälte viel besser aushalten als in einer kompakten Erde mit den Füßen in Wasser (oder Eis).
  • Das Alter der Pflanze: Im Allgemeinen vertragen gut etablierte Pflanzen, die bereits einige Jahre alt sind, die Kälte viel besser als junge Pflanzen (dies gilt übrigens auch für Trockenheit). Es kann daher notwendig sein, winterharte Pflanzen im ersten Jahr zu schützen. Danach kommen sie ohne weiteres gut klar.
  • Das Entwicklungsstadium: du hast sicherlich schon davon gehört, es gibt nichts Schlimmeres als Spätfröste für blühende Obstbäume im Frühling. In der Tat sind einige winterharte Pflanzen durchaus in der Lage, sehr niedrige Temperaturen zu verkraften, wenn sie sich in ihrer Ruhephase befinden. Allerdings vertragen sie das in anderen Phasen ihrer Entwicklung (wie z.B. in der Blütezeit) viel weniger gut. Daher können ab und zu im zeitigen Frühjahr Schutzmaßnahmen notwendig werden, um Schäden zu vermeiden.

Die Auswirkungen der Kälte auf Pflanzen

Jede Art hat für ihren Stoffwechsel idealen Temperaturbereich. Außerhalb diesem Bereich kann sich das Wachstum verlangsamen oder schlimmstenfalls überhaupt komplett aufhören. Wenn die Kälte anhält, wird das Gewebe geschädigt und es stirbt schließlich ab. Für nicht winterharte Pflanzen können leichte Fröste von kurzer Dauer (eine Nacht) bereits tödlich sein.

In einigen Fällen sind nur das Blattwerk und oberflächliche Teile der Pflanze betroffen. Denn wenn die Temperaturen unter Null sinken, gefriert das Wasser in den Blattzellen und lässt sie platzen (wie eine überfüllte Flasche im Gefrierschrank). Je nach Ausmaß des Schadens ist nicht unbedingt alles verloren. Wenn jedoch die Wurzeln oder unterirdische Teile betroffen sind, sind die Schäden oft irreparabel.

Aber es gibt noch eine andere, weniger bekannte Gefahr, die deine Pflanzen in Zeiten extremer Kälte bedroht: die Trockenheit. Wenn der Boden gefriert, kann die Pflanze nicht mehr auf das im Substrat enthaltene Wasser zugreifen und verdurstet. Deshalb wird empfohlen, Pflanzen immer außerhalb von Frostperioden zu gießen. Eine besonders gefährliche Kombination ist die von Kälte und Sonnenschein. Die Sonne lässt die Pflanzen schwitzen und diese benötigen vermehrt Wasser. Wenn der Boden gefroren ist, haben sie jedoch leider keinen Zugang zu dem im Substrat enthaltenen Wasser. Wenn dann noch Wind dazukommt, wird die Wirkung noch verstärkt.

Wie kannst du deine Pflanzen vor der Kälte schützen?

Was also tun, wenn es im Hebst richtig kühl wird und der Winter vor der Tür steht? Vorhin haben wir, dass Pflanzen mehr oder weniger kälteempfindlich sind. Demnach können unterschiedliche Maßnahmen notwendig sein.

Winterharte Pflanzen

Die winterharten Pflanzen sind diejenigen, die ohne große Schwierigkeiten auf deinem Balkon oder deiner Terrasse überwintern können. Dies bedeutet jedoch nicht, dass du nicht ein paar Vorsichtsmaßnahmen treffen solltest. Da der Platz in einem Topf begrenzt ist, können das Substrat und die Wurzeln in der Tat leichter gefrieren als im Gartenboden.

  • Gieße sparsam, außerhalb von Frostperioden und wenn die Erde an der Oberfläche trocken ist. Stelle die Gefäße an einen regengeschützten Ort, um Überflutungen zu vermeiden. Denn zu viel Wasser ist genauso gefährlich (oder sogar gefährlicher) als zu wenig.
  • Bei sehr kaltem Wetter kannst du die Töpfe in eine Decke, einen Jutesack oder ein Vlies, usw…einwickeln. Du kannst sie auch in einen mit Laub gefüllten Trog oder Korb mit Laub hineinstellen. Es ist günstig und schont die Umwelt!

Bedingt winterharte Pflanzen

Bei bedingt winterharten Pflanzen sollten die gleichen Maßnahmen wie vorhin getroffen werden. Darüber hinaus kannst du:

  • Deine Pflanzen windgeschützt und/oder an einer von innen oder von der Sonne gewärmten Wand aufstellen.
  • Sie mit Tannenzweigen oder Laub bedecken. Sobald die Temperaturen steigen, musst du aber diese „Decke“ entfernen, damit die Pflanzen wieder gut Luft und Licht bekommen.
  • Sie an einen kühlen, aber hellen Ort (siehe unten) bringen, wenn die Temperaturen dauerhaft unter -5°c fallen. Bringe sie wieder heraus, sobald die Temperaturen steigen.

Nicht winterharte Pflanzen

Für nicht winterharte Pflanzen (abhängig von der Winterhärtezone, in der du dich befindest) ist daher die einzige Lösung die Überwinterung. Dafür benötigst du einen kühlen, trockenen und frostfreien Ort. Die idealen Temperaturen für die meisten Pflanzen liegen zwischen 5 und 10°c.

Ein Wintergarten (der Wohlbenannte!), eine unbeheizte Veranda, eine Garage, ein Keller oder ein Treppenhaus mit Fenstern können den Zweck erfüllen. Beachte, dass je niedriger die Temperatur, desto weniger Licht zur Verfügung stehen muss. Höhere Temperaturen signalisieren der Pflanze, dass es Zeit ist, aufzuwachen. Dies könnte tödlich sein, wenn nicht genügend Licht vorhanden ist (was in unseren Regionen im Herbst und Winter gewöhnlich der Fall ist).

Leider ist die Temperatur in einer beheizten Wohnung oft zu hoch und die Luft zu trocken. Deshalb empfehle ich, sorgfältig über den Kauf von nicht winterharten Pflanzen nachzudenken, denn eine Überwinterung unter guten Bedingungen lässt sich nicht improvisieren.

Die Pflanzen auf die Überwinterung vorbereiten

Um deine Pflanzen auf die Überwinterung vorzubereiten und unangenehme Überraschungen zu vermeiden, sind noch einige Vorsichtsmaßnahmen erforderlich:

  • Ab August dürfen keine Düngemittel mehr verwendet werden, um das Pflanzenwachstum zu verlangsamen. Die Überwinterung soll für die Pflanze eine Ruheperiode sein. Wenn die Pflanze bei zu schwachem Licht zum Wachstum angeregt wird, vergeilt sie und wird für Schädlinge anfällig.
  • Zu viele Pflanzen an einem Fleck, hohe Temperaturen und niedrige Luftfeuchtigkeit sind ideale Bedingungen für Schädlinge. Kontrolliere also deine Pflanzen sorgfältig, bevor du sie in ihr Winterquartier stellst. Im schlimmsten Fall ist es besser, die betroffenen Pflanzen zu entsorgen, bevor sie alle anderen „anstecken“.
  • Wenn der Platz begrenzt ist, schneide deine Pflanzen zurück. Sie werden im folgenden Frühjahr um so kräftiger wachsen.
  • Vergesse sie nicht völlig und denke daran, sie von Zeit zu Zeit zu gießen. Je nach Bedarf kann eine Bewässerung pro Woche oder alle zwei Wochen ausreichend sein. Warte am besten, bis die Erde an der Oberfläche getrocknet ist. Um die Luftfeuchtigkeit im Raum zu erhöhen, was den meisten Pflanzen wohl bekommt, kannst du auch die Blätter mit nicht kalkhaltigem Wasser besprühen.

Ich hoffe, dass dieser Artikel dir helfen kann, deine Pflanzen richtig über die kalte Jahreszeit zu bringe. Wenn du weitere Ideen, Tricks und Tipps hast, teile sie uns bitte in den Kommentaren unten mit. Und wenn du diese Informationen nützlich gefunden hast, kannst du sie gerne auch teilen.

Großes Bild oben Austris Augusts auf Unsplash

Teilen:
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

Kommentar verfassen