Wenn die Temperaturen fallen und der Himmel grau wird, vergessen viele Menschen ihren Balkon oder ihre Terrasse. Die Vorhänge sind zugezogen, die Jalousien sind heruntergelassen… Ganz nach dem Motto aus den Augen, aus dem Sinn… Dieser im Sommer so begehrte Platz liegt mehr oder weniger brach. In diesem Artikel präsentiere ich dir 3 Ideen, um aus deinem Balkon im Winter etwas nützliches zu machen und dabei etwas für die Umwelt zu tun. Lasse dich nicht gänzlich von der Kälte und der Dunkelheit abschrecken und mache aus deinem Balkon etwas praktisches. Verliere diesen Raum nicht, der dir vielleicht woanders zu Hause fehlt.

Denn auch wenn du kein Fan von Wintergrillereien bist und alle Decken dieser Welt dich nicht nach draußen locken können, ist es einfach Schade, diesen Extraraum direkt vor der Tür nicht zu nutzen. Du hast keine Lust mehr, dich auf dem Balkon oder der Terrasse länger aufzuhalten? Kein Problem! Denn es gibt andere Möglichkeiten, sie zu nutzen, auch nur vorübergehend. Und gleichzeitig tust du der Umwelt und der Natur einen Gefallen.

An dieser Stelle eine Warnung. Einige der hier vorgestellten Ideen können verboten oder nur unter bestimmten Bedingungen erlaubt sein. In der Tat können Balkone und Terrassen Gemeinschaftseigentum sein, auch wenn du das alleinige Nutzungsrecht hast.

Bevor du also z.B. im großen Stil deine Bettwäsche auf dem Balkon aufhängst, vergesse nicht, deinen Mitvertrag oder die Hausordnung zu konsultieren. Gesunder Menschenverstand ist jedenfalls nie verkehrt. Beachte die Regeln guter Nachbarschaft. Sicherheit und Hygiene stehen demnach immer an erster Stelle. Es kann auch verboten sein, das Aussehen des Gebäudes negativ zu beeinflussen. Das Einvernehmen mit den Nachbarn zu suchen, ist immer eine gute Idee und kann dir eine Menge Ärger ersparen.

Die Wäschepflege

Wäsche trocknen

Es mag dem einen oder anderen unverständlich erscheinen, aber das Aufhängen von Wäsche auf dem Balkon ist aus hygienischen und ästhetischen Gründen oft untersagt. Den ganzen Tag über die gesamte Fläche deines Balkons oder deiner Terrasse (oder sogar zwischen mehreren Balkonen, wie es an anderen Orten üblich ist) Laken auszubreiten, ist wahrscheinlich übertrieben. Das Trocknen von ein paar Socken auf einem kleinen Wäschetrockner, der von außen nicht sichtbar ist (weil er z. B. niedriger als das Geländer ist), wird jedoch oft toleriert.

Doch was ist der Sinn dieser profanen und nicht gerade unterhaltsamer “Tätigkeit”? Nun, das Trocknen an der frischen Luft ist viel umweltfreundlicher als das Trocknen im Wäschetrockner. Es verhindert auch die Bildung von Schimmel in der Wohnung. Wenn du jedoch gerade erkältet bist, und nach einer Möglichkeit suchst, die Luftfeuchtigkeit bei dir zu Hause zu erhöhen, solltest du genau dieses Hausmittelchen verwenden und deine Wäsche drinnen trocknen lassen. Im Gegensatz zu dem, was man denken könnte, trocknet die Wäsche bei kaltem (aber trockenem) Wetter dank des Sublimationsphänomens sehr gut draußen. Mit einem kleinen klappbaren Wäscheständer oder einem Wäscheständer für das Geländer hast du die volle Flexibilität. Du kannst ein paar Kleinigkeiten aufhängen und bei Bedarf alles wegräumen und das alles, ohne jemanden zu stören.

Die Wäsche lüften

Dein Balkon oder deine Terrasse kann auch zum einfachen Lüften deiner Wäsche genutzt werden. Dies empfiehlt sich besonders für Wollkleidung, Regenmäntel oder Kleidung, die nur chemisch gereinigt werden kann. Wenn sie weder schmutzig, fleckig oder übelriechend (!) sind, kann ein wenig frische Luft Wunder bewirken. Es ist nicht immer notwendig, sie gleich in die Waschmaschine zu stecken (was manchmal sogar gar nicht geht), besonders wenn sie nur kurz getragen wurden.

Dies hat nicht nur den Vorteil, dass deine Kleidung länger schön bleibt. Es ist auch viel umweltfreundlicher und spart Wasser und Strom. Auch hier gilt jedoch: Übertreibe es nicht, aber du kannst sicherlich einen oder zwei Kleiderbügel auf den Balkon aufhängen, um deine Pullover ab und zu zu lüften. Wusstest du zum Beispiel, dass Wolle eine selbstreinigende Faser ist, die Schmutz und Gerüche abweist? Außerdem kann die Luftfeuchtigkeit im Raum die Fasern glätten. Dadurch ersparst du dich womöglich sogar das Bügeln.

Der Balkon als Speisekammer

Der Speiseschrank, der Vorfahre des Kühlschranks, war sehr lange in Vergessenheit geraten. In den letzten Jahren erlebt er allerdings ein Comeback. Denn Lebensmittel werden nicht mehr versteckt, sondern richtig ausgestellt. Abgesehen von seiner Vintage-Seite, die heutzutage sehr in Mode ist, ist auch der ökologische Vorteil des Speiseschranks von Interesse.

Wenn du einen geschützten, frostfreien Balkon hast, kannst du diesen Raum auch zur Lagerung von Lebensmitteln nutzen. Auf diese Art sparst du Platz in deiner Küche. Darüber hinaus halten sich die Speisen viel besser und verlieren ihren Geschmack nicht.

Wofür kann man einen Speiseschrank verwenden?

Eine Speiseschrank macht es möglich, Lebensmittel zu lagern, die in beheizten Wohnungen sonst in den Kühlschrank gehören würden. Es ist jedoch durchaus möglich, bestimmte Lebensmittel im Freien zu lagern, wenn die Temperaturen moderat sind (zwischen 4 und 12°c). Hier sind ein paar Beispiele:

  • Früchte: Äpfel, Birnen, Zitrusfrüchte…
  • Gemüse: Zwiebeln, Kartoffeln, Knoblauch, Lauch, Karotten, etc.
  • Käse und Eier
  • Brot
  • getrocknete Wurst und Schinken

Im Speiseschrank kannst du auch Gerichte abkühlen lassen, die frisch aus dem Ofen kommen bevor du sie isst, oder sie in den Kühlschrank stellst.

Die deutsche gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2 online hat Folgendes ausgerechnet. Das Öffnen und Schließen der Kühlschranktür erhöht den Energieverbrauch deines Kühlschranks um ca. 36kWh pro Jahr (bei 10 Öffnungen täglich). Abhängig von deinem Gerät kann dies mehr als 10 % seines gesamten Jahresverbrauchs ausmachen. Das ist nicht unerheblich, vor allem wenn man bedenkt, dass der Kühlschrank nach der Waschmaschine und dem Geschirrspüler das Gerät ist, das am meisten Energie im Haushalt verbraucht.

Jedes Mal, wenn du es vermeiden kannst, deinen Kühlschrank zu öffnen, sparst du Geld und trägst ein wenig zum Umweltschutz bei.

Bei der Verwendung eines Speiseschranks sind jedoch ein paar Sachen zu beachten.

Was zu beachten ist

  • Wie bereits erwähnt, liegt die ideale Temperatur zwischen 4 und 12°c. In jedem Fall müssen die Temperaturen positiv bleiben.
  • Auch wenn im Winter die Sonne in der Regel nicht so kräftig ist, ist es besser, einen schattigen und vor Niederschlägen geschützten Standort für deinen Speiseschrank zu wählen.
  • Der Speiseschrank sollte die Lebensmittel vor Schädlingen schützen und gut verschließbar sein. Obwohl Insekten im Winter weniger aktiv sind, könnten andere hungrige Besucher (wie z. B. Katzen) Gefallen an deinen Vorräten finden. Deshalb sind traditionelle Speiseschränke (und ihre modernen Versionen) mit einem Gitter und einem Schließsystem ausgestattet.
  • Idealerweise ist ein Speiseschrank aus Holz (ein atmungsaktives Material) und schön luftig (dank des Gitters eben), um eine gute Luftzirkulation zwischen den Lebensmitteln zu ermöglichen.

Wenn du genügend Platz hast, kannst du dich für einen Speiseschrank in Form einer Anrichte entscheiden. Für kleinere Räume gibst es jedoch auch kleinere Modelle. Diese verfügen sogar in der Regel über einen Griff und sind leicht zu transportieren. Es gibt sogar Abdeckungen, die man in Kombination mit Kisten, die am Balkongeländer fixiert sind, verwenden kann. Auf diese Weise kann dein kleiner Speiseschrank im Sommer verlegt werden (z. B. in den Keller). Wenn die schönen Tage wieder kommen, kannst du den Platz wieder für etwas anderes verwenden.

Aus dem Balkon etwas praktisches für Wildtiere

In einer unberührten ländlichen Umgebung brauchen die Tiere unsere Hilfe nicht, um durch den Winter zu kommen. In städtischen Gebieten jedoch, wenn es kalt wird, werden Nahrungsquellen und Unterschlupf für Insekten und Vögel rar. In Gärten und Grünanlagen entfernen eifrige Gärtner oft systematisch Verwelktes und Verblühtes sowie das Laub. Das sieht einfach sauberer und gepflegter aus. Zweifellos ist der etwas morbide Charme der Natur im Winter nicht unbedingt jedermanns Sache. Aber das ist ein Teil des natürlichen Kreislaufes. Es hat auch eine melancholische und beruhigende Seite. Ich persönlich finde sogar, dass nach der (manchmal aufgezwungenen) grellen Helligkeit mancher  Weihnachtsbeleuchtung die optische Stille der Natur für das Auge eine willkommene Abwechslung darstellt.

Für die Insekten

Aber Schluss mit der Melancholie! Bereits mit ein paar Blütenständen, welken Blättern an den Sträuchern und Mulch in den Töpfen und Kübeln kannst du für Insekten etwas gutes tun, und ihnen helfen, sich vor der Kälte zu schützen. Manche Schmetterlinge brauchen zum Beispiel einen geschützten, frostfreien Platz zum Überwintern. Ein Balkon oder eine Terrasse können je nach Region ein Zufluchtsort für sie sein. Solitärbienen werden sich auch über ein Insektenhotel freuen.

Für die Vögel

Photo par Forest Simon sur Unsplash

Wenn du den Vögeln helfen möchtest, kannst du einen Nistkasten oder ein Futterhäuschen aufstellen. Wenn du jedoch Mieter bist, musst du möglicherweise deinen Vermieter um Erlaubnis bitten. Achte jedenfalls darauf, deine Nachbarn nicht zu belästigen, und schaue auf die Hygiene. Denke auch daran, ihnen Wasser anzubieten, wenn die Temperaturen unter null fallen. Schließlich halte Katzen unbedingt fern. Viele weitere Tipps zur Vogelfütterung im Winter findest du auch auf dieser Seite.

Ich hoffe, dass du mit diesem Artikel, auch im Winter etwas nützliches aus deinem Balkon oder deiner Terrasse machen kannst. Wenn du dich ungern draußen aufhältst, wenn die Temperaturen fallen und die Tage kürzer werden, ist das noch kein Grund, diesen Raum ungenutzt zu lassen.

Mit diesen Ideen lässt sich auch im Winter auf dem Balkon das Nützliche mit dem Ökologischen verbinden. Wenn du nach anderen Ideen suchst, schaue dir auch diesen Artikel an. Und wie nutzt du deinen Balkon oder deine Terrasse im Winter? Teile uns deine Ideen gerne in den Kommentaren.

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