Warum ich es ausgewählt habe?

In Grunde genommen, habe ich es gar nicht ausgewählt…Es ist mir einfach während eines gemeinsamen Ausflugs in die Gärtnerei passiert. Mit seinen auffälligen Blüten übt es sich nicht gerade in Zurückhaltung. Noch dazu ist es in allen möglichen Farben zu finden, für jeden Geschmack ist also etwas dabei. Jeder von uns ist schließlich mit der Pflanze seiner Wahl nach Hause gegangen. Und für eine meiner Töchter war das eben ein Stiefmütterchen.

Was mich betrifft, habe ich eher eine Vorliebe für das Hornveilchen, von dem ich in einem nächsten Beitrag berichten werde. Ich muss jedoch zugeben, dass das Stiefmütterchen nicht nur seine spektakulären Blüten anzubieten hat. Es ist kein Zufall, wenn es zu einem Klassiker für Balkone und Terrassen avanciert ist.

Porträt

Herkunft und Familie

Das Stiefmütterchen wurde als Kreuzung zwischen verschiedenen Arten aus der Familie der Veilchengewächse gezüchtet. Mit dabei sind unter anderem das wilde Stiefmütterchen (“viola tricolor”) und eben das Hornweilchen (“viola cornuta”). Sein wissenschaftlicher Name, Viola x wittrockiana, mit dem “x” in der Mitte deutet schon darauf hin: bei dem Garten-Stiefmütterchen handelt es sich um ein Hybrid. Auch das berühmte Veilchen gehört natürlich zur Familie dazu.

In seiner wilden Form ist das Stiefmütterchen mehrjährig und stammt ursprünglich aus Europa. Es ist also bestens an unserem Klima angepasst. Allerdings die Züchtung von einer Pflanze mit möglichst langer, üppiger und bunter Blüte (es gibt mehr als 500 Arten von Stiefmütterchen) hat sich auf diese Eigenschaft negativ ausgewirkt. Das gewöhnliche Stiefmütterchen ist nur noch als einjährige, maximal zweijährige Pflanze zu finden.

Klimatische Bedürfnisse und Nährstoffbedarf

Wie viele anderen klassischen Balkonblumen mag es das Stiefmütterchen sonnig, obwohl es auch im Halbschatten gedeiht. Es braucht jedenfalls einen humusreichen und gut drainierten Boden. Denn wenn es regelmäßig und ausreichend Wasser braucht, will es auch nicht zu nass stehen. Werden diese Bedürfnisse respektiert, ist es eine pflegeleichte Pflanze.

Je nach Sorten verträgt es mehr oder weniger kalte Temperaturen. Diejenige, die man im Februar kaufen kann, kommen eher mit Kälte aus, als die, die man ein paar Wochen später in der Gärtnerei findet. Im Allgemeinen sind sie allerdings nicht für niedrige Temperaturen gemacht, und wenn Du Dich für eine Herbstsorte entscheiden solltest (siehe weiter unten), solltest Du für etwas Kälteschutz sorgen (indem Du die Töpfe einwickelst zum Beispiel). Denn auf keinem Fall darf der Wurzelballen gefrieren.

Pflege des Stiefmütterchens

Um lang und üppig zu blühen, braucht das Gartenstiefmütterchen regelmäßige Düngerabgaben. Am besten kriegt es von Anfang an ein mit Kompost gemischtes Substrat. Danach gibst Du alle 2-3 Wochen einen organischen Flüssigdünger zum Gießwasser dazu, um es zu stärken. Damit es gesund bleibt und weiter fleißig blüht, solltest Du die Pflanze “ausputzen” und verwelkten Blüten und Blätter entfernen.

Wie bereits erwähnt, ist das Stiefmütterchen ein Hybrid, das zum Produzieren von Blüten, Blüten, und noch mehr Blüten gezüchtet wurde. Dadurch ist die Pflanze leider recht schnell erschöpft, und nun mal nur für eine Saison geschaffen. Theoretisch kann man sie wie eine mehrjährige Pflanze halten, jedoch verliert sie mit der Zeit auch ihre Schönheit. Möglicherweise ist es also nicht der Mühe wert…

Wie baut man Stiefmütterchen an?

Es gibt Stiefmütterchen für fast jede Saison, da es sowohl im Frühling, im Sommer als auch im Herbst blühen kann. Es handelt sich jedoch jeweils um andere Varietäten. Das Stiefmütterchen kann man aussäen, teilen oder auch ganz einfach als Jungpflanze kaufen (wie ich es getan habe).

Du kannst also fast zu jeder Jahreszeit Stiefmütterchen in der Gärtnerei finden, und die Jungpflanzen sofort auf Deinen Balkon einsetzen. Solltest Du Dich für den Aussaat entscheiden, brauchst Du allerdings etwas Geduld und ein wenig Planung:

Um Blüten im Frühjahr zu haben, musst Du im Spätsommer (im Juli oder August) aussäen. Für den Sommer wiederum, musst Du im Frühling, und für den Herbst im Frühsommer (im Juni) aussäen.

Wichtig ist dabei: beim Frühlingsstiefmütterchen musst Du eher darauf achten, dass die Pflanze genug Wasser bekommt. Das Herbststiefmütterchen braucht dafür eher Kälteschutz. Im Sommer, wenn die Verdunstung besonders hoch ist, kann eine Mulchschicht dabei helfen, den Boden frisch zu halten.

Schädlinge und Krankheiten

Blattläuse sind nicht besonders wählerisch und werden bei Gelegenheit das Stiefmütterchen besiedeln. Dagegen hilft oft eine einfache Dusche. Lästiger sind allerdings Krankheiten, die durch Pilze verursacht werden, wie der echte und der falsche Mehltau und die Blattfleckenkrankheit. Alle entwickeln sich, wenn das Wetter mild und die Umgebung zu feucht sind. Wichtig ist dabei, schnell zu reagieren: die kranken Blätter großzügig entfernen, die Pflanze stärken (mit Schachtelhalm) und / oder behandeln (zum Beispiel mit Natron). Und wie immer ist vorbeugen immer die bessere Lösung: versuche also die Blätter beim Gießen nicht nass zu machen, und die Pflanzen nicht zu dicht zu setzen.

Das Gartenstiefmütterchen… auf dem Balkon

Das Gartenstiefmütterchen könnte auch Balkonstiefmütterchen heißen. Denn für Töpfe und Balkonkisten ist es bestens geeignet. Es blüht lang und üppig und ist außerdem pflegeleicht. Nicht umsonst findet man es das ganze Jahr über auf vielen Balkonen.

Da es auch niedrig bleibt (max. 20-25cm), kann man es zusammen mit höheren pflanzen setzen. Im Frühjahr lässt es sich gut mit Tulpen, Narzissen oder etwas moderner mit Gräsern kombinieren. Im Winter findet man es oft in Begleitung von Alpenveilchen oder Efeu.

Empfehlung: bedingt

Das größte Argument für das Stiefmütterchen ist natürlich seine Blütenpracht. Es gibt fast keine Farbe, in der es nicht angeboten wird. Manche sind sogar zweifärbig oder mit gefransten Blüten. Es ist zweifellos schwierig, es zu übersehen, und an ihm vorbeizukommen (vor allem für Kinder…). Es ist einfach sehr vielseitig, und lässt sich mit vielen anderen Blüten kombinieren.

Jedoch lässt sich nicht abstreiten, dass das Stiefmütterchen doch ein wenig altbacken wirkt, und was mich mehr stört, etwas künstlich. Im Frühjahr und im Sommer gibt es für Blütenliebhaber viele andere Möglichkeiten, und man ist wirklich nicht auf es angewiesen. Im Herbst sieht es jedoch etwas anders aus, das lasse ich mir noch einreden…

Und was haltest Du vom Stiefmütterchen? Bist Du ein Fan, oder kannst Du es gar nicht sehen? Lasse es uns in den Kommentaren unten wissen.

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