Wieder ist ein Jahr zu Ende gegangen. Das war vielleicht was los auf dem Balkongarten! Was ist nun schließlich aus der Balkon-Challenge geworden? Diese Zeit eignet sich besonders gut, um Vergangenes Revue passieren zu lassen. Zeit also die Erfolge… und Misserfolge des Jahres zu betrachten.

Was waren überhaupt die Ziele und Regeln der Grüner-Balkon-Challenge, die zur Erinnerung „52 Wochen, 52 Pflanzen“ hieß? Der Name war schon Programm…

Wie es der Name also schon verrät, ging es an erster Stelle darum, verteilt auf das ganze Jahr insgesamt 52 verschiedene Pflanzen auf meinem Balkon wachsen zu lassen.

Die anderen Ziele lauteten:

  • Eine Mischung aus Zier- und Nutzpflanzen
  • Die Verluste auf max. 1/4 der Pflanzen zu begrenzen
  • Ein wöchentliches Porträt und eine monatliche Bilanz
  • Die Einrichtung eines gemütlichen Platzes auf meinem Balkon

Das alles natürlich, im Einklang mit der Natur, ohne Einsatz von chemischen Düngern und Giften.

Das Jahr in Zahlen

Die pflanzliche Bilanz auf dem Balkongarten

Schauen wir also zuerst auf die Daten und Fakten, und zählen wir zusammen:

Im Dezember hat mich der Weihnachtstrubel noch eingeholt, und es ist keine neue Pflanze auf meinen grünen Balkon eingezogen. Ich habe auch kein neues Porträt veröffentlicht. Insgesamt sind wir also bei 34 Porträts geblieben. Insgesamt wiederum komme ich jedoch auf 50 verschiedene Pflanzen, die sich den begrenzten Raum auf meinem Balkon geteilt haben.

Es ist also sonnenklar: das Ziel wurde klar verpasst, das lässt sich nicht leugnen. Ich habe gegen Jahresende bei den Porträts nachgelassen, ich gebe es zu. Allerdings wurde bei der Gesamtanzahl von Pflanzen das Ziel nur knapp verpasst, und ich bin trotzdem stolz darauf. Und bei der monatlichen Bilanz ist die Wette jedenfalls gewonnen. Ich war zwar nicht immer pünktlich, aber es hat keine gefehlt.

Mit insgesamt 27 Zier- und 23 Nutzpflanzen ist die Bilanz auch schön gemischt. Was die Vielfalt betrifft, ist die Challenge auch gewonnen.

Nun komme ich zu den Verlusten, Trommelwirbel… wenn ich die Pflanzen zusammenzähle, die verdurstet sind, die Hitze nicht ausgehalten haben, oder auch die nach der Aussaat nichts geworden sind (da hat es einige davon gegeben, ich habe es bereits mehrmals erwähnt), komme ich auf 13 Pflanzen, oder 26%. Oh nein, da ist das Ziel auch knapp verpasst! Wegen dem heißen Sommer und den ungewohnten Schwierigkeiten mit der Aussaat finde ich es trotzdem nicht so schlecht.

Zeit und Geld

Die Zeitbilanz ist eindeutig: ich habe diesem Blog viel mehr Zeit gewidmet, als meinem Balkongarten. Durchschnittlich habe ich für Recherchen und die Redaktion der Beiträge ungefähr 6 Stunden im Monat gebraucht. Für die Planung und die Gartenarbeit blieben dann monatlich ca. 2 Stunden übrig.

Eine der Bedingung der Challenge war auch, nicht mein ganzes Geld in der Gärtnerei zu lassen. Und da ist die Wette klar gewonnen. Natürlich habe ich nicht von null an angefangen. Ich hatte bereits einiges an Werkzeugen, Töpfen und Pflanzen. Und mein Balkon war auch bereits möbliert. Insgesamt habe ich für die Mein-grüner-Balkon-Challenge 120€ ausgegeben, also durchschnittlich 10€ monatlich.

Die Bilanz in Zahlen ist also gemischt. Die versprochene Anzahl von Porträts habe ich klar verpasst, aber die anderen Ziele sind erreicht oder knapp verpasst. Nicht so schlecht für eine erste Challenge!

Was mich die Mein-Grüner-Balkon-Challenge gebracht hat

Aber die Balkon-Challenge, das waren nicht nur Zahlen. Ich hatte auch noch andere Ziele, die ich bereits oben erwähnt habe.

Mehr Vielfalt auf dem Balkongarten

Der Hauptnutzen von dieser Challenge bestand darin, wie ich es erhofft hatte, mehr Pflanzen auf meinem Balkon „auszuprobieren“. In den Jahren davor hatte ich schon versucht, mit Kräutern, Tomaten und sonstigen Balkonklassikern wie den Pelargonien, meinen Balkon zu begrünen. Ich hatte also ein wenig Erfahrung, und hatte schon mal gute Chancen für den Start.

Aber 50 verschiedene Pflanzen, das Ergebnis, das ich schließlich erreichen konnte, musste ich die Pflanzenpalette deutlich erweitern. Manche Versuche wurden zum Erfolg, wie zum Beispiel die Löwenmäulchen, die Frühlings- und Sommerblumen oder die Karotten. Andere haben hingegen kein gutes Ende genommen (der Rhabarber, die Gänseblümchen, die Stiefmütterchen…).

Ein weiterer großer Vorteil, den ich der gesteigerten Vielfalt auf meinem Balkon zuschreibe, ist der im Vergleich zu den Vorjahren geringere Schädlingsdruck. Außerdem haben zahlreiche Pflanzen die Hitze und die Trockenheit besser vertragen als sonst. Vielleicht haben sie sich gegenseitig schützen können, und ein günstigeres Mikroklima erstellt?

Die Pflanzen und ihre Bedürfnisse

Ich gestehe, ich konnte nicht immer meine Recherchen machen, BEVOR ich meine Pflanzen gekauft habe. Manchmal hat die Zeit einfach gefehlt, und manchmal haben sich die Kinder und ich in der Gärtnerei in Pflanzen verliebt. Manche Auswahl war gut, manche weniger…

Trotz allem musste ich spätestens für die Porträts etwas über die Herkunft und die Bedürfnisse meiner Pflanzen recherchieren. So konnte ich gleich diese Informationen verwerten, und den Pflanzen zugutekommen lassen. Ich habe gleich versucht, mich nach ihren Bedürfnissen zu richten. Ich denke, dass die relativ hohe Überlebensquote (74% der Pflanzen haben die ganze Saison überlebt, oder leben noch, wenn sie mehrjährig sind) darauf zu führen ist.

Für alle Pflanzen, die Frische und Feuchtigkeit lieben, war allerdings der heiße Sommer auf meinem Balkon trotz meinen Bemühungen wirklich zu viel.

Die Sache mit der Planung

Ich habe ab und zu erwähnt, wie wichtig es für einen schönen und produktiven Balkongarten im Voraus zu planen. Zweifellos ist das auf einer so kleinen Fläche wie einem Balkon wirklich hilfreich, etwas Zeit in die Planung zu investieren. Wenn Du eher einen Nutzgarten willst, wird die Ernte reicher, und länger. Wenn Du eher der Ziergartentyp bist, kannst Du die Blütensaison verlängern.

Was ich durch diese Challenge jedoch gelernt habe, ist dass, ein wenig Improvisation nicht nur lustiger ist. Es ist auch absolut notwendig. Manchmal gibt es in der Gärtnerei die Pflanze Deiner Wahl nicht. Oder Du hat den richtigen Zeitpunkt verpasst. Mache Dir nichts daraus, es gibt immer eine Lösung, auch wenn es nur für eine Saison ist. Wer weiß, vielleicht entdeckst Du so Deine neue Lieblingspflanze…

Das Gartentagebuch

Jeder Gärtner, jede Gärtnerin sollte das Erlebte in einem Tagebuch festhalten. Ein Garten, und insbesondere ein Balkongarten, ist eine Folge von Versuchen, Erfolgen und Misserfolgen (davon habe ich ja gerade gesprochen…). Das alles in einem Tagebuch niederzuschreiben hilft, diese wertvollen Erfahrungen nicht zu vergessen. Vielleicht lassen sich mit der Zeit Muster erkennen, Unterschiede oder auch Ähnlichkeiten zwischen den Jahren, den Pflanzen, etc… entdecken. Es lässt sich so oft besser nachvollziehen, warum etwas funktioniert hat, oder eben auch nicht. Zusätzlich ist es so leichter, die nächste Saison zu planen. Wenn Du außerdem nicht in allen Deinen Containers die Erde wechseln möchtest (was nicht immer notwendig ist), musst Du zum Beispiel ganz besonders auf die Fruchtfolge achten.

Kurz gesagt, ein Gartentagebuch hat nur Vorteile. Ich habe also versucht, die Lage, die Termine, die Erfolge, Misserfolge, und Wetterbedingungen festzuhalten. Ich war da auch nicht immer sehr präzise, aber diese Informationen werden mir in der nächsten Saison helfen.

Fazit

Eine gemischte Bilanz, also… Es war wirklich nicht einfach, das ganze Jahr durchzuhalten. Die Ziele, in Zahlen ausgedrückt, mögen am Ende des Tages nicht ganz erreicht worden sein. Aber für mich war dieses Jahr sehr lehrreich, und ich blicke zufrieden auf die Challenge zurück.

Das Experiment hört aber natürlich nicht da auf, und das Mein-grüner-Balkon-Abenteuer geht in der neuen Saison weiter. Ich bin auch sehr neugierig, was sich auf Deinem Balkon-Garten in der letzten Saison alles getan hat. Zögere nicht, das Erlebte in den Kommentaren unten zu teilen. Und wenn Dir die Beiträge auf mein-grüner-balkon.com gefallen, kannst Du sie auch gerne teilen.

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