Es ist so weit, jetzt kann es losgehen… Sofort! Du könntest bereits ein paar pflanzen aussuchen. Einfach so, um gleich losstarten zu können, sobald das Wetter wärmer wird… Jeder Gärtner, der etwas von sich hält, denkt doch voraus, und bereitet sich auf die nächste Jahreszeit vor. Wenn Du das Gärtnern liebst, kennst Du bestimmt dieses Jucken in den grünen Daumen. Auch wenn es zum Aussäen noch viel zu früh ist, könntest Du zumindest die Saat- und Pflanzenkataloge durchblättern, oder? Oder doch nicht? Winking smile

Wer seinen Balkon zum ersten Mal gestaltet, oder eine größere Umstellung wünscht, sollte zuerst nach Papier und Stift greifen, und einen PLAN machen, bevor es richtig losgeht.

Wozu ist ein Plan gut?

Planen heißt Prioritäten setzen

In der Regel ist das Platzangebot auf einem Balkon oder einer Terrasse  etwas eingeschränkt. Daher ist es unwahrscheinlich, dass sich alle Deine Wünsche ausgehen werden (tut mir leid, wenn ich Dich an dieser Stelle enttäuschen muss!) Trotzdem wäre es einfach schade, Deinen Balkon aufwendig einzurichten, um am Ende festzustellen, dass es für diese kleine gemütliche Ecke, von der Du geträumt hattest, gar keinen Platz mehr gibt. Also doch kein Blick auf den Sternenhimmel… Das muss wirklich nicht sein! Mit einem Plan, kannst Du von Anfang an Platz für Deine Prioritäten schaffen, und so Enttäuschungen vorbeugen.

Planen heißt den Raum optimieren

Ein Plan kann Dir helfen, das Beste aus dem vorgegebenen Raum zu machen. In den meisten Fällen kannst Du die Maße, die Himmelsrichtung, den Ausblick auf Deinem Balkon nicht ändern. Sie sind einfach vorgegeben. Nun heißt es also Anpassungsfähigkeit und Kreativität an den Tag zu legen. Die besten Ideen sollen entstehen, wenn wir mit den Grenzen und Limiten unserer Umgebung auskommen müssen. Freue Dich also, wenn nicht alle Bedingungen perfekt sind. In dem was folgt, ist die Arbeitshypothese, dass Du gleichzeitig Ansprüche an Funktionalität und Ästhetik für Deinen Balkon hast. Wenn Dir nur eins der Beiden wichtig ist, wird das Planen um so einfacher. Allerdings gilt auch hier: das Ergebnis kann mit ein wenig Planung nur besser werden.

Planen heißt sparen

Und “last but not least” wirst Du dank Deinem Plan nicht nur Zeit und Mühe, sondern natürlich auch Geld sparen. Denn es ist viel einfacher die einzelnen Gegenstände auf Deinem Balkon auf dem Papier zu bewegen, als “in natura”. Mit einem Plan in der Hand lassen sich viele Fehler und Fehlkäufe vermeiden. Meiner Meinung nach, neigt man sehr oft dazu, viel zu viel einzuplanen. Das wird sehr bald auf Deinem Plan ersichtlich. Somit weißt Du ziemlich genau, was Du für Deinen Balkon brauchst, und Deine Einkaufsliste ist auch gleich fertig!

Was ist zu beachten, um einen guten Plan zu machen?

Im Folgendem werde ich ein paar Sachen erläutern, die für einen gelungenen Plan von Bedeutung sind.

Die unveränderlichen Bestandteile

Zu Beginn listest Du am Besten auf, die Elemente, die sich auf Deinem Balkon nicht (oder nicht leicht) ändern lassen. Hier nehme ich an, dass Du nicht vorhast, die Wände abzureißen oder zu versetzen. Was sind also diese unveränderlichen Bestandteile:

Die Maße:

Mit den Maßen fangt alles an: Länge, Breite und auch Höhe. Heutzutage existieren am Markt viele schlaue Systeme, die es ermöglichen die Wände zu nutzen. Vor allem, wenn Dein Balkon klein ist, dürfen sie also nicht vergessen werden. Es lebe das “Vertical Gardening”. Vergiss auch nicht die Fenster, Türe, Geländer, Container, oder sonstige “fixen” Gegenstände (Treppe, Kamin, …) abzumessen.

Die Installationen und die architektonischen Bedingungen:

Wo befinden sich die Steckdosen, die Lichtschalter, und wenn Du Glück hast, der Wasseranschluss? Es wäre schade, sie hinter einen schweren Container zu verstecken. In welchem Zustand befinden sich die Wände und der Boden? Ist es möglich etwas an der Wand oder an der Decke zu montieren? Ist der Boden wasserfest und schmutzresistent? Versuche auch herauszufinden, für welches Gewicht Dein Balkon ausgelegt ist. Ein großer Trog voller nasser Erde kann ganz schön schwer werden… Vergiss bitte auch nicht, Dich zu vergewissern, dass die Art und Weise, wie Du Deinen Balkon nutzen möchtest erlaubt ist (vor allem wenn Du Mieter bist).

Das Klima:

In welche Himmelsrichtung schaut denn Dein Balkon? Ist er eher schattig oder vollsonnig? Ist es vielleicht  windig auf Deinem Balkon? Notiere bitte auch, ob es Jalousien, eine Markise gibt, oder ob Dein Balkon überdacht ist.

Deine Prioritäten:

Um gleich sicherzustellen, dass Dein Balkon Deinen Erwartungen und Wünschen entspricht, mache eine Liste der Aktivitäten, die Du auf Deinem Balkon nachgehen möchtest: ein Gläschen mit Deinem / Deiner Liebsten, eine Grillparty unter Freunden (wie viele Personen?), einen Spielplatz für die Kinder… Möchtest Du trainieren, Yoga machen oder doch lieber einen Nutzgarten anlegen? Du wirst sehr schnell feststellen, dass Du Prioritäten setzen musst.  So schmerzhaft es auch sein mag, es ist die Bedingung für einen gelungenen Plan. Je klarer Deine Prioritäten definiert sind, desto besser wird das Ergebnis am Ende für Dich ausfallen.

Der zentrale Punkt:

Gibt es auf Deinen Balkon das gewisse etwas, das alle Blicke auf sich zieht? Einen schönen Blick, einen besonderen Baum, einen Kirchturm? Wenn ja, hast Du wieder mal Glück! Du brauchst nur noch alles auf Deinem Balkon so einzurichten, dass sich alles um diesen Blickfang dreht. Oder dass er zumindest nicht versehentlich versteckt wird. Wenn es hingegen etwas gibt, was versteckt gehört (eine hässliche Wand, das Nachbarhaus, ..) solltest Du es auch gleich berücksichtigen. Vielleicht ist es möglich mit einer höheren Pflanze oder einer Kletterpflanze diesen Anblick abzuschwächen? Oder vielleicht ganz einfach die Sitzgelegenheit so zu platzieren, dass man nicht dauernd hinschauen muss…

Und wenn es auf Deinem Balkon keinen natürlichen Blickfang gibt, versuch einen zu kreieren: mit einer hübschen Pflanzenkomposition, eine besondere Deko, eine gemütliche Sitzecke, Lichteffekte…

Wie bringst Du all diese Bestandteile aufs Papier?

Vom ersten Entwurf bis zum Plan

Wir haben nun sowohl den Startpunkt als auch das Ziel definiert. Jetzt brauchen wir “nur” noch den weg dazwischen zu zeichnen.

Dafür nimmst Du am Besten ein paar Werkzeuge zur Hand: ein Maßband, Rasterpapier, Stift und Radiergummi. Am Anfang reicht es, einen groben Entwurf des Grundrisses zu zeichnen, die Maße und die wichtigsten Elemente zu notieren. Danach kannst Du mit dem eigentlichen Plan beginnen, in dem die Elemente sorgfältig maßstabgerecht auf dem Papier eingetragen werden. Sobald das Grundriss steht, schreibe noch die Installationen auf. Wenn Du mit dem Bild zufrieden bist, machst Du am besten ein paar Kopien davon, die Du für später aufbewahren kannst.

Auf einer dieser Kopien kannst Du dann die Himmelsrichtung, die Sonnen- und Schattenplätze und eventuell die Windrichtung aufschreiben. Du kannst auch gleich den “zentralen Punkt” erfassen, oder auch etwas, dass Du verstecken möchtest.

Die Kreativitätsphase

Wenn Dein Grundriss zu “voll” ist, kannst Du hier mit einer weiteren Kopien weitermachen, und mit den restlichen Elementen, “spielen” anfangen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Du kannst die Einrichtungsgegenstände direkt auf dem Plan zeichnen, zuerst ganz leicht, und dann fester, wenn Du Dir sicher bist. Oder, Du schneidest diese Gegenstände aus, und bewegst sie flexibel auf dem Plan. Das ist am Anfang etwas aufwändiger, vielleicht können Dir aber Deine Kinder bei dieser Bastelaktivität helfen Winking smile

Was ganz klar zuerst auf den Plan kommt, ist alles was Du als Deine Prioritäten definiert hast. Der Rest wird rund herum platziert. : die größeren Containers zuerst, und dann die Kleineren. Wenn Du vorhast, größere Pflanzen oder Kletterpflanzen zu verwenden, musst Du auch gleich ausreichend “Lebensraum” für diese einplanen.

Noch ein letzter kritischer Blick

Wenn Du mit dem Experimentieren fertig bist, bleiben Dir wahrscheinlich eins bis maximal drei Pläne übrig. Bevor Du Dich für einen entscheidest, mache eine letzte Qualitätskontrolle: habe ich (alle) meine Prioritäten berücksichtigt? Habe ich einen Blickfang definiert? Jetzt kannst Du auch überprüfen, ob Du Dich auf Deinem Balkon “frei” bewegen kannst. Wenn jedes Mal beim Vorbeigehen etwas umzufallen droht, hast Du Dir vielleicht zu viel vorgenommen. Versuch zu vereinfachen: solltest es sich bei der tatsächlichen Umsetzung herausstellen, dass etwas fehlt, kannst Du es immer noch hinzufügen.

Los geht’s

Nun kann es mit der Planung losgehen: ran an das Papier und an die Stifte! Nimm Dir Zeit, in Ruhe zu planen, schlafe noch einmal drüber und teile es mit Deinem / Deiner Liebsten oder Deinem besten Freund. Du wirst es nicht bereuen, und der erste Schritt zu Deinem Traumbalkon ist getan! Winking smile

Solltest Du diese Tipps nützlich finden, vergiss nicht sie zu teilen. Wenn Du mehr Ideen hast, wie Du Deinen Balkon planen kannst, oder Schwierigkeiten hast, lasse es mich in den Kommentaren wissen.

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