Warum habe ich es ausgewählt?

Auf das Purpurglöckchen bin ich gestoßen, als ich eine Pflanze für den Herbst und für den Kubi gesucht habe. In diesem Blog habe ich bereits erwähnt, dass der Kubi für mich nicht ganz leicht zu bepflanzen ist. Auf der Seite sind die Pflanzen vertikal einzusetzen und die dafür vorgesehenen Löcher sind etwas klein. Es ist also nicht ganz so einfach, Pflanzen da einzusetzen, obwohl ich jetzt das richtige Werkzeug dafür gefunden habe: den Löffel… Der Pflanzenballen darf aber trotzdem nicht so groß sein, damit er hineinpasst. Dazu kommt, dass die Erde runterrieselt, wenn die Seitenlöcher nicht bepflanzt werden. Um mir das Leben einfacher zu machen, wollte ich da also mehrjährige Pflanzen einsetzen. So würde ich mir das heikle jährliche Einsetzen ersparen. Und die Wurzel würden die Erde zusammenhalten. So weit zu dem Plan…

Auf dieser Seite des Kubis, die nach der Balkoninneren schaut, wollte ich außerdem eine schöne Komposition haben, die ich zu allen Jahreszeiten genießen könnte. Vor allem im Herbst war mir das ein Anliegen. Ich habe also einen Blick in ein meiner Lieblingsbücher geworfen (“100 inspirierende Pflanzenideen“), von dem ich bereits mehrmals gesprochen habe. Dort wird das Purpurglöckchen auch Heuchera genannt, oft mit Efeu, Fetthenne oder Gräsern kombiniert. In dem Pflanzenlexikon, das ich mir nun auch zugelegt habe, habe ich nachgelesen, dass das Purpurglöckchen mit Trockenheit einigermaßen auskommt. Das war also einem Versuch wert.

Porträt

Herkunft und Familie

Das Purpurglöckchen gehört der Familie der Steinbrechgewächse an, wie zum Beispiel eben der Steinbrech. Eine steinbrechende Pflanze also, dafür sieht sie so harmlos aus… Man findet es in den Felsspalten und den küstennahen Wäldern Nordamerikas. Diese Herkunft deutet also schon auf eine eher feuchtigkeitsliebende Pflanze, die mit mäßiger Sonneneinstrahlung auskommt.

Nährstoffbedarf und klimatische Ansprüche

Das Purpurglöckchen liebt humusreiche neutrale oder leicht saure Böden. Das ist noch recht einfach. Mit den Wasser- und Lichtbedürfnissen wird es allerdings etwas komplizierter. Im Topf darf der Ballen einerseits nicht komplett austrocknen. Andererseits ist es für Wurzelfäule anfällig. Es braucht also eine gut drainierte Erde und etwas Fingerspitzengefühl beim Gießen (wenig auf einmal, dafür öfter, vor allem wenn es warm ist). Am Besten wartet man bis die Erde an der Oberfläche angetrocknet ist. Auch eine Mulchschicht ist eine gute Idee, um den Boden im Sommer frisch zu halten (es wird im Kubi allerdings etwas schwierig…).

Was der Bedarf an Licht betrifft, bin ich zuerst auf widersprüchliche Informationen gestoßen, die von Schatten bis zur Vollsonne reichen. Der Grund dafür ist, dass in den letzten Jahren zahlreiche Hybride entstanden sind, die einfach unterschiedliche Bedürfnisse haben. Die Varietäten mit rötlichen Blättern brauchen viel Licht, wenn sie nicht mit der Zeit grün werden sollen. Die mit den gelb-grünen Blättern hingegen mögen es eher schattig. Schließlich kommen die dunkelgrünen Sorten sowohl im Schatten als in der Sonne zurecht.

Pflege

Das Purpurglöckchen ist mehrjährig und ziemlich winterhart. Da gibt es jedoch auch Unterschiede je nach Varietäten. Zur Sicherheit würde ich also die Töpfe im Winter nahe an die Wand rücken oder zum Beispiel mit Vlies umwickeln. Topfpflanzen sind ohnehin immer anfälliger für Frostschäden.

Im Frühling wird sich das Purpurglöckchen über etwas langwirkenden Dünger wie Kompost oder Hornspäne freuen. Darüber hinaus sollte man die Pflanze bereits im Februar auf 10cm zurückschneiden, damit sie weiter kompakt bleibt. Nach der Blüte im Herbst sollten die Blütenständer knapp über den Boden abgeschnitten werden. Nach ein paar Jahren sind die Pflanzen erschöpft, und sollten daher nach ca. 3-4- Jahren durch Teilung verjüngt werden.

Mehr braucht das Purpurglöckchen nicht, um zu gedeihen. Was Schädlinge betrifft soll es (wie die Fetthenne) für die Dickmaulrüssler und ihre Larven ein Leckerbissen sein. Auch rote Spinnen können ihm gefährlich werden. Diese vermehren sich ganz besonders bei sehr trockener Luft, die das Purpurglöckchen ohnehin nicht so gut verträgt.

Das Purpurglöckchen für den Balkon

Das Purpurglöckchen ist eine sehr interessante Pflanze, für alle die mehr Farbe auf dem Balkon wünschen, und zwar zu jeder Jahreszeit. Besonders für seinen bunten und hübschen Blattschmuck ist es bekannt. Es ist ganz sicher für jeden Geschmack etwas dabei, denn es gibt sehr viele Varietäten davon. Vor allem im Herbst ist es praktisch, wenn die Natur vielleicht etwas melancholisch wirkt.

Das Purpurglöckchen ist jedoch nicht nur im Herbst eine Bereicherung für den Balkon. Es hat auch im Frühling und im Sommer etwas zu bieten. Wenn es sonnig genug steht, bekommt es von April bis Juli hübsche Glöckchenblüten (daher wohl der Name), die in den Farben weiß, rosa oder rot erstrahlen. Außerdem ist es eine Bienenfreude.

Gute Nachbarn, schlechte Nachbarn

Ich habe keine besonderen Warnungen für das Purpurglöckchen gefunden, es scheint also sehr gesellschaftsfähig zu sein. Wenn man auf ähnliche Bedürfnisse achtet, sollte also ziemlich alles möglich sein. Als Empfehlung findet man oft Efeu, Gräser oder auch Akelei. Auch in Gruppen findet man sie häufig.

Fazit

Das Purpurglöckchen für mehr Farbe auf dem Balkon

Seine bunten Blätter waren der Grund, warum ich mich für das Purpurglöckchen entschieden habe. Aber ich verstehe jetzt, dass ich viel mehr von ihm haben kann. Ich bin gespannt, ob meine (ich habe mehrere) im Frühjahr blühen werden. Allerdings fürchte ich, dass mein Balkon für sie etwas zu trocken sein könnte. Einfach wird es also nicht. Das Rote ist ohnehin schon jetzt nicht ganz kräftig. Ob es im Frühling dann wieder durchstartet?

Es gibt das Purpurglöckchen inzwischen in unzähligen Farbvarianten, die sich nicht nur im Aussehen, sondern auch in ihren Bedürfnissen unterscheiden. Es ist also bestimmt für jeden Geschmack und jeden Balkon was dabei!

Das Purpurglöckchen ist eine kleine Pflanze, die maximal 90cm hoch werden kann (gemessen an der Länge der Blütenständer). Es ist pflegeleicht, und sollte auch Anfängern eine Freude bereiten. Vorausgesetzt sie sind mit der Gießkanne etwas vorsichtig.

Empfehlung: unbedingt (oder fast)

Mit dem Purpurglöckchen kann jeder auf seine Rechnung kommen. Wenn man nur das Richtige aussucht. Meine sind der hellgrünen und roten Sorten, und ich muss gestehen, dass ich nicht mehr weiß, von welcher Sorte sie genau sind. Schwerer Fehler… Ich muss also noch etwas recherchieren, um sie wieder zu identifizieren.

Habt ihr auch Purpurglöckchen auf euren Balkonen? Welche Sorten habt ihr ausgesucht, und was für Erfahrungen habt ihr damit gemacht? Lasst es uns bitte in den Kommentaren unten wissen.

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