Warum ich es ausgewählt habe?

Es muss gleich gesagt werden: mit ihren kleinen Blumen, die wie niedliche Gesichter aussehen, finde ich das Hornveilchen einfach unwiderstehlich. Ist es in ihrem Topf nicht süß, wenn alle Blüten in die gleiche Richtung schauen? Noch dazu dient es als Bote des Frühlings, denn mit ihren bunten Blüten kommen die schönen Tage wieder zurück. Blüht das Hornveilchen, ist der dunkle graue Winter hinter uns. Und im Vergleich zu seinem berühmten Cousin das Stiefmütterchen, hat es viele Vorteile. Eins ist sicher, das Hornveilchen ist für den Balkon eine Bereicherung.

Porträt

Herkunft und Familie

Wie sein soeben genannter Verwandte gehört das Hornveilchen oder „Viola cornuta“ wenig überraschend der Familie der Veilchengewächse an. Offensichtlich können die beiden ihre nahe Verwandtschaft nicht leugnen. Das Hornveilchen so wie es heutzutage in der Gärtnerei zu finden ist, sieht ja geradezu wie, ein „Mini-Stiefmütterchen“ aus. Tatsächlich gibt es auch einige Hybride und Zuchtsorten, die beide Arten kreuzen. Je nachdem, welcher Anteil am dominantesten ist, werden die Eigenschaften auch andere sein. Aber mehr dazu später.

Ursprünglich und in seiner wilden Form findet man das Hornveilchen in den alpinen und subalpinen Regionen der Pyrenäen und Alpen. Da hat es auch seine typische Veilchenfarbe (blaue-violett eben). Durch Kreuzung mit dem Stiefmütterchen haben Gärtner viele andere Farben entwickelt. Nun ist es an Farbvielfalt fast nicht zu überbieten.

An dieser Stelle, ein kleiner Exkurs über seinen Namen: ganz klar ist es nicht, woher der etwas uncharmante Name kommt. Kommt er von den 2 nach oben gerichteten Blütenblättern, die eben wie 2 kleine Hörner aussehen? Oder vom kleinen Horn auf der Rückseite der Blüten? Beide Erklärungen findet man häufig. Charmant ist es trotzdem!

Klimatische Bedürfnisse und Nährstoffbedarf

Auch wenn das Hornveilchen, das man heute zu kaufen findet, oftmals ein Hybrid oder eine Zuchtsorte ist, hat es seine ursprünglichen Eigenschaften nicht gänzlich verloren. Das Hornveilchen mag den lichten Halbschatten, und verträgt hingegen die direkte Sonne nicht. Es würde dort verdorren.

Als Pflanze aus den Bergen hat es wenig Ansprüche an dem Boden, und hat nur mäßige Nährstoffbedürfnisse. Glücklich wird es in einem humusreichen, mit etwas Kompost oder Hornspänen angereicherten Substrat, das am besten leicht und vor allem gut drainiert sein sollte. Denn das Hornveilchen braucht reichlich und regelmäßig Wasser, um zu gedeihen. Allerdings mag es auch nicht zu nass stehen, und eine durchlässige Erde ist unbedingt notwendig.

Von seiner Herkunft hat das Hornveilchen normalerweise und im Gegensatz zum Stiefmütterchen eine gewisse Winterhärte, da es Temperaturen bis ca. -15 Grad verträgt. Die Betonung liegt da jedoch auf „normalerweise“. Denn das hängt davon ab, wie viel vom Stiefmütterchen in ihm steckt. Auch seine (unmittelbare) Herkunft spielt da eine Rolle. Kommt es aus einem beheizten Glashaus, muss es langsam an die Außentemperaturen gewöhnt werden. Auch vor Spätfrost solltest Du Dich in Acht nehmen. Was die Gene anbelangt, ist es natürlich nicht ganz so einfach, festzustellen, woher es stammt. Allerdings kann die Größe der Blüten einen ersten Hinweis liefern: je größer sie sind, desto mehr hat es vom Stiefmütterchen, und desto heikler wird es im Anbau.

Das gilt im Übrigen auch für seine Lebenserwartung. A priori ist das Hornveilchen eine mehrjährige Pflanze. Je mehr Stiefmütterchengene es allerdings in sich trägt, desto kürzer wird sein Leben. Nach einer Saison wird es dann alles gegeben haben.

Pflege

Über den Wasserbedarf habe ich bereits weiter oben berichtet. Es mag es frisch, und darf nicht austrocknen. Wenn Deine Pflanze mehrjährig ist, braucht sie auch im Winter etwas Wasser, natürlich in Maßen und nur wenn es überdacht steht.

Jungpflanzen haben im ersten Jahr gerne, wenn man ihnen alle 2 Wochen etwas flüssigen, biologischen Dünger zum Gießwasser dazu gibt. Da ist allerdings auch Mäßigung gefragt: zu viel Dünger ist nicht nur Verschwendung, es schadet der Pflanze sogar. Sollte sie „schießen“, das heißt lange, dünne Stängel bilden, sollte die Düngerzugabe eingestellt werden. Ältere Pflanzen brauchen dann nur noch einmal im zeitigen Frühjahr und einmal nach der ersten Blüte etwa Dünger, am Besten in Form von Kompost oder Hornspänen. Im Winter solltest Du nicht mehr düngen, da braucht die Pflanze nur Ruhe.

Im Winter ebenfalls empfehle ich trotz Winterhärte für Topfpflanzen immer etwas Winterschutz, damit die Erde nicht friert. Sie könnten ansonsten verdursten, das wäre ja Schade.

Wenn Du die Samen nicht sammeln möchtest, solltest Du außerdem Verblühtes entfernen, um die Blüte zu verlängern. Damit die Pflanze eine schöne Form behält und fleißig wächst, solltest Du ihr noch zweimal im Jahr einen kleinen Rückschnitt verpassen. Das erste Mal um die Hälfte nach der ersten Blüte, und das zweite Mal bodennah vor dem Winter.

Und zum Schluss noch eine gute Nachricht: das Hornveilchen ist auf Schädlinge nicht besonders empfindlich, nur für Mehltau ist es etwas anfällig. Die besten Vorsorgemaßnahmen sind hier: nicht zu fest gießen, darauf achten, dass die Blätter dabei nicht nass werden, und nicht zu dicht pflanzen (10 cm zwischen den Pflanzen sind ein guter Abstand).

Wie baut man Hornveilchen an?

Der einfachste Weg ist natürlich Jungpflanzen zu kaufen. Hornveilchen findet man fast das ganze Jahr in der Gärtnerei. Der beste Zeitpunkt ist allerdings der Herbst, wenn möglich, wenn die Pflanzen nicht gerade blühen (was sich in der Regel etwas schwierig gestaltet). Ich würde mir jedoch nicht den Kopf allzu sehr zerbrechen: ich habe meins im Frühjahr, in voller Blüte gekauft, und bereue es nicht (noch nicht zumindest).

Es ist auch möglich Hornveilchen auszusäen, oder durch Stecklinge zu vermehren. Für welche Methode Du Dich entscheidest, ist allerdings nicht neutral. Jetzt wird es rätselhaft

Wenn Du Samen kaufst, kannst Du von Jänner bis September aussäen. Wenn Du die Samen jedoch selbst gesammelt hast, wird vor dem Winter ausgesät. Denn Hornveilchen brauchen einen sogenannten Kältereiz zur Keimung. Gekaufte Samen wurden in der Regel bereits entsprechend behandelt, und können zu jeder Jahreszeit eingesetzt werden.

Da auch wieder ein Exkurs (das Hornveilchen ist einfach faszinierend): im Garten neigt das Hornveilchen dazu, sich selbst auszusäen. Für diejenige die Experimente mögen, warum nicht im Topf es auch versuchen? Entferne dafür die verwelkten Blüten nicht, sondern lasse sie einfach reifen. Das besonders Interessante daran: verschiedene Hornveilchen können sich spontan untereinander kreuzen. Wenn Du mehrere Farben hast, lasse Dich überraschen!

Stecklinge kommen hingegen am Ende des Sommers daran. Dafür schneidest Du einen etwas 5cm langen Zweig, gebe es in die Erde und halte sie feucht und schattig. Nach 2 Wochen sind die Stecklinge bereits verwurzelt.

Und jetzt die Antwort auf unser Rätsel: Pflanzen, die über Aussaat gezogen wurden, blühen nicht so lang dafür umso üppiger. Für aus Stecklingen gezogene Pflanzen ist es genau umgekehrt. Eine Anmerkung noch: die meisten Pflanzen aus der Gärtnerei wurden über Stecklinge gewonnen.

Schließlich sollte es Dir gelingen, Deine Hornveilchen länger zu behalten, solltest Du sie alle 3 Jahre teilen. Danach werden sie woanders eingepflanzt, oder am Einfachsten auf dem Balkon in eine frische Erde eingesetzt.

Das Hornveilchen auf dem Balkon

Am Hornveilchen werden sich alle Blumenliebhaber erfreuen, und das fast das ganze Jahr über. Denn eine der Eigenschaften des Hornveilchens ist, dass es 2 Mal im Jahr blühen kann. Das erste Mal im Frühling, und das zweite Mal im Herbst, mit einem kleinen Rückschnitt dazwischen.

Man kann es in Gruppen pflanzen (lasst Deiner Fantasy freien Lauf, was die Farbmischung betrifft) oder mit anderen Zierpflanzen. Im Frühjahr mit Krokussen, Tulpen oder Primeln. Im Sommer mit Astern oder Zinnien. Im Herbst mit Dahlien oder Gräsern.

Oder Du setzt es am Fuß von Bäumchen oder höheren Pflanzen, die ihm etwas Schatten spenden werden. Wenn Du Bienen und sonstige Nützlinge anlocken möchtest, wird es Dir gute Dienste leisten. Allerdings solltest Du dabei etwas beachten, und weiter lesen…

Empfehlung: unbedingt

Es gibt so viel über das Hornveilchen zu erzählen. Am besten, Du probierst es selbst. Es braucht nur wenig Platz (es wird max. 15 bis 20 cm hoch), ist pflegeleicht und kann so vielseitig aussehen. Außerdem kann man mit ihm experimentieren (siehe weiter oben). Und wenn Du noch nicht überzeugt bist: es ist einfach reizend.

Und dann noch ein letzter Ratschlag: solltest Du Dich in das Hornveilchen verlieben, kaufe es in einer guten Gärtnerei. Eine Greenpeace Studie aus dem Jahr 2014 hat gezeigt, dass 80% der gekauften Zierpflanzen mit für Bienen schädlichen Pestiziden belastet waren. Wenn man ein Herz für Natur und Garten hat, lässt das einen nicht kalt…

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