Warum ich sie ausgewählt habe?

Die echte Aloe ist in den letzten Jahren richtig beliebt geworden. Und das ist kein Zufall! Wer sich auch nur entfernt für Naturkosmetik oder natürliche Hausmittelchen interessiert, hat sicher von den tollen Eigenschaften der Aloe Vera gehört. Und wenn nicht, brauchst Du nur die Aloe Vera „googlen“. Die Menge an Informationen über sie ist einfach überwältigend, und sie hat zahlreiche Anhänger. Zwar habe ich auch eine Schwäche für Naturprodukte, aber es ist vor allem für ihre ästhetischen Reize und ihr einfaches Wesen, dass ich sie ausgewählt habe. Eine echte Aloe bringt das gewisse exotische Etwas auf den Balkon (und später auch ins Haus). Und durch sie erhält auch diese Challenge ein südliches Flair.

Sie hat schon etwas von einem Kaktus. Und da ist etwas dran. Denn sie ist tatsächlich eine Wüstenpflanze (oder fast). Aus diesem Grund wird es ihr in der Regel auf heißen sommerlichen Balkonen und Terrassen besonders gut gefallen.

Porträt

Herkunft und Familie

Laut den neuesten Erkenntnissen gehört die echte Aloe der Familie der Grasbaumgewächse oder Xanthorrhoeaceae (keinen Buchtstaben vergessen?) und insbesondere der Gattung der Aloen, zu der noch ca. 500 weitere Arten gehören. Wenn man sie heute vor allem unter dem Namen „Aloe Vera“, der „echten Aloe“ kennt, trägt sie auch die wissenschaftliche Bezeichnung „Aloe Vulgaris“ oder „Aloe Barbadensis“. Sie trägt mehrere wissenschaftlichen Namen, wurde schon mehreren Pflanzenfamilien zugeordnet… Das alles ist etwas verwirrend und ist wohl historisch bedingt. Denn auch ihre Geschichte ist lang. Heute ist man sich darüber einig, dass sie wohl wahrscheinlich aus der arabischen Halbinsel stammt. Von dort soll sie sich in die Mittelmeergebiete und schließlich in alle tropische und subtropische Regionen Asiens und Amerikas verbreitet haben. Jedenfalls sind ihre heilenden Eigenschaften seit der Antike bekannt und sie wird in vielen traditionellen Medizinen erwähnt und genutzt.

Klimatische Bedürfnisse und Nährstoffbedarf

Die echte Aloe ist eine Sukkulente, die perfekt an heißen und trockenen Klimabedingungen angepasst ist. Sie ist also, was Wasser und Nährstoffe betrifft, sehr bescheiden. Wahrscheinlicher ist es, die Aloe mit zu viel Wasser umzubringen als mit zu wenig. Deshalb erfordert das Gießen in ihrem Fall etwas Fingerspitzengefühl. Um schon mal mit guten Grundbedingungen anzufangen, braucht die Aloe ein leichtes bis sandiges Substrat, das vor allem gut drainiert sein sollte. Du kannst dafür natürlich zu einer Kakteenerde greifen. Andere Möglichkeit, wenn Du wie ich kein Fan von Spezialerden bist, ist eine normale Erde, die Du mit leichtem Material wie Sand, Tonkugeln oder Perlite mischen kannst.

Um die echte Aloe nicht zu übergießen, ist es am besten, sie nur dann zu gießen, wenn die Erde an der Oberfläche wirklich trocken ist. Zusätzlich solltest Du darauf achten, das Wasser im Untertopf nach ein paar Minuten wegzuschütten. Im Zweifelsfall ist es besser sie sparsam aber öfter zu gießen. In der Wachstumsphase im Frühjahr und abhängig von den Wetterverhältnissen kann es alle 10-15 Tage sein. Im Winter in der Ruhe Phase kann es dann einmal im Monat sein. Wenn Du allerdings beobachtest, dass die Blätterspitzen austrocknen, ist Deine Aloe durstig. Die Blätter sollten übrigens nach Möglichkeit auch nicht nass werden, und die Blattachseln trocken bleiben.

Außerdem braucht die echte Aloe kaum Dünger. In der Wachstumsphase kannst Du 2 oder 3 Mal mit 2-wöchigen Abständen dem Gießwasser etwas Flüssigdünger beimengen. Das war es!

Die echte Aloe und die Sonne

Die Aloe liebt Licht und Wärme, das hat sie wohl in den Genen. Allerdings ist bei praller Mittagssonne Vorsicht geboten. Sie hat zwar, wie gesagt, etwas von einem Kaktus, sie ist aber keine, und kann auch leicht einen Sonnenbrand bekommen. Jungpflanzen sollen eher die Vormittags- oder die Nachmittagssonne genießen. Auch ältere Pflanzen sollen nach der Winterpause wieder langsam an die Sonne gewöhnt werden. Ich hatte meine viel zu schnell in die Sonne gestellt, und sie ist braun geworden. Nachdem ich für sie einen geschützteren Platz gesucht habe, ist sie wieder grün geworden. In feuchteren Regionen solltest du Deiner echten Aloe außerdem einem Regenschutz anbieten. Und da sie leicht umkippt, sollte sie auch noch möglichst windgeschützt stehen.

Pflege

Wenn Du die oben beschriebenen Bedürfnisse beachtest, wirst Du mit ihr sehr wenig Arbeit haben. Da sie für eine Sukkulente relativ schnell wächst, musst Du sie eventuell alle 2-3 Jahre umtopfen. Spätestens dann, wenn kein Fleck Erde mehr frei ist, um sie zu gießen, solltest Du sie aber umtopfen.

Wenn die unteren Blätter am Rumpf trocken werden, entferne sie vorsichtig. So wird Deine Aloe auch schön bleiben.

Die echte Aloe im Winter

Noch etwas solltest Du über Deine Aloe wissen: sie ist zwar immergrün, aber nicht winterhart. Sobald die Temperaturen unter 10 Grad fallen, solltest Du sie zurück ins Haus holen. Im Winter ist für sie ein heller Ort wichtig. Dafür eignen sich zum Beispiel ein Wintergarten oder eine Fensterbank in einem Raum mit Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad.

Dort solltest Du regelmäßig kontrollieren, ob sie nicht von Schädlingen wie Wollläusen befallen wird, denn diese mögen Sukkulenten und das trockene und warme Klima in beheizten Zimmern. Wollläuse wirst Du mit einer Seifenlösung oder mit einem in Spiritus getränkten Wattestäbchen am einfachsten wieder los. Diese Operation kannst Du so lange wiederholen, bis die ungebetenen Gäste ausgezogen sind.

Um aus Deiner echten Aloe mehrere zu machen, kannst Du sie teilen (beim Umtopfen zum Beispiel). Dafür trennst Du vorsichtig die seitlichen Rosetten von der Mutterpflanze und setzt Sie in ein sehr sandiges Substrat. Sobald die neue Pflanze ca. 15cm groß ist, kannst Du sie wieder umtopfen.

Die echte Aloe auf dem Balkon

Sukkulenten sind trendig, und die Aloe ist keine Ausnahme. Wie ihre Verwandten ist sie sehr pflegeleicht, braucht wenig und kommt ganz gut mit Hitze und Trockenheit auf exponierten Balkonen klar. Achtung allerdings bei Jungpflanzen oder nach der Winterpause, wie bereits oben erwähnt.

Sie sieht wie ein zahmer Kaktus aus (seine Stacheln sind nicht böse), und sie kann Deinem Balkon sofort etwas exotischer machen. Zur Geltung kommt ihre Schönheit am besten, wenn sie allein in einem Topf steht.

Und wenn Du eine Schwäche für natürliche Heilmittel hast, kannst Du sogar ab und zu ein Blatt ernten. Dafür schneidest Du es mit einem scharfen Messer gleich beim Ansatz. Versuche eine Stelle zu finden, die nicht zu sichtbar ist, damit Deine pflanze ansehnlich bleibt. Wichtig zu wissen: ihre heilenden Eigenschaften entwickelt die Pflanze erst nach 2-3 Jahren. Sei also geduldig, wenn Deine Pflanze noch jung ist.

Empfehlung: mit Vorbehalt

Trotz seiner Beliebtheit und seinen vielen Vorteilen ist die echte Aloe nicht für jeden Balkon gemacht. Zuerst braucht sie viel Sonne, auch wenn die Mittagsonne ihr manchmal zu viel wird. Aber vor allem braucht sie einen geeigneten Platz für den Winter, denn unter 10 Grad ist es ihr bereits zu kalt. Wenn Du ihr gute Bedingungen in der kalten Jahreszeit bieten kannst, probiere sie einfach aus. Für manche ist sie eine Zimmerpflanze, aber sie kann mehr als das. Auf einem Süd-, Ost- oder Westbalkon kann sie auch wunderbar gedeihen.

Und was haltest Du von der Aloe Vera? Hast Du sie schon auf Deinem Balkon ausprobiert? Lass es uns wissen, und teil Deine Erfahrungen in den Kommentaren unten.

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