Warum ich ihn ausgewählt habe?

Diesmal habe ich ihn wirklich ausgesucht, und ich bin tatsächlich in die Gärtnerei aufgebrochen, um einen Herbstaster zu kaufen. Zusammen mit den Chrysanthemen sind sie Klassiker auf herbstlichen Balkongärten. Wie diese blühen sie noch, wenn alle anderen Pflanzen bereits in den Wintermodus gewechselt haben, und das ohne das man automatisch an einen Friedhof denken muss. Wer noch so spät im Jahr Blüten auf seinem Balkon sehen möchte, sollte sich mit den Herbstastern anfreunden.

Porträt

Herkunft und Familie

Es gibt viele verschiedene Asternarten, auch wenn man sich wie hier in diesem Artikel auf die Herbstastern konzentriert. Fangen wir also an, die Dinge ein wenig zu sortieren. Alle gehören der Familie der Korbblütler oder eben Asteraceae an, der wir bereits auf mein-grüner-balkon im Rahmen dieser Challenge mehrmals begegnet sind. Denn Korbblütler sind die Blume par excellence, die die alle Kinder zeichnen, wenn sie eine Blume malen. Denke an die Margarite, die Sonnenblume, den Löwenzahn… “Aster” heißt im Übrigen “Stern” auf Latein, das ist wohl kein Zufall.

Wenn man bei den Herbstastern bleibt sind die meistverbreiteten Arten der “neu-belgische Aster” (aster novi-belgii) und der Kissenaster (“aster dumosus”) sowie alle ihrer Kreuzungen. Genetisch gesehen sind sie fast identisch. Um sie auseinander zu halten haben Gärtner schließlich beschlossen, Astern unter 50cm “Kissenastern” und die anderen “neu-belgische Astern” zu benennen. So weit, so gut… Allerdings damit es nicht zu einfach bleibt, haben sie inzwischen einen neuen Namen bekommen. In den moderneren botanischen Klassifizierungen heißen sie nun “Symphyotrichum”. Unter diesem Namen sind sie auch manchmal in den Gärtnereien zu finden.

Noch eine Anekdote: es gibt und es gab auch nie eine Region namens “Neu Belgien”. Dafür hieß New York mal “Neue Amsterdam”. Und die Herbstastern stammen tatsächlich aus den Sumpf- und Flussregionen Nordamerikas. Erst ab dem 18. Jahrhundert sind sie nach Europa gekommen. Damals hat man es mit der Geographie nicht so genau genommen…

Klimatische Bedürfnisse und Nährstoffbedarf

Der Herbstaster mag sowohl Sonne als Frische, was den Anbau auf Balkonen etwas schwierig macht. Für ihn brauchst Du also einen sonnigen Platz, aber zu den heißesten Stunden des Tages braucht er etwas Schutz. Ein halbschattiger Platz ist auch möglich, allerdings wird er dadurch deutlich an Blühfreudigkeit verlieren.  Im Sommer wird er viel Wasser brauchen, denn er verträgt Trockenheit überhaupt nicht.

Um reichlich zu blühen, seine Spezialität, braucht er eine frische, nährstoff- und humusreiche Erde. Dafür kannst Du im Frühjahr großzügig Kompost ins Substrat einarbeiten. Das ist in der Regel auch ausreichend.

Der Vorteil der Herbstastern ist, dass sie winterhart sind. Im Topf brauchen sie trotzdem ein wenig Kälteschutz (den Topf mit Flies oder einer Decke einwickeln, die Erde mit Kompost bedecken) damit das Substrat nicht durchfriert. An einem geschützten Ort kannst Du die Blühsaison auch noch um ein paar Wochen verlängern.

Pflege

Da muss man gleich ehrlich sein: der Herbstaster ist eine ziemlich heikle Pflanze, die nicht nur die richtigen Wachstumsbedingungen verlangt. Sie braucht auch regelmäßige Zuwendung. Zuerst sind Sonne und Frische, wie bereits erwähnt, nicht so einfach zu vereinbaren, vor allem auf Balkonen. Im Sommer heißt es also viel gießen. Im Übrigen ist es da besser, ihn reichlich dafür seltener zu gießen.

Um die Erde frisch zu halten, versuche es mit einer Mulchschicht. Das zahlt sich aus und wirkt oft Wunder. Zusätzlich kann es die Pflanze wirksam gegen Mehltau schützen. Denn der Herbstaster ist besonders dafür anfällig. Eine andere Möglichkeit, um etwas mehr Frisch zu erhalten, ist den Herbstaster dicht (aber nicht zu dicht) an anderen Pflanzen zu setzen. Aber es ist jetzt schon klar: im Sommer auf meinem Balkon wird es schwierig für den Herbstaster.

Um Pilzkrankheiten zu vermeiden (sowie den Mehltau) sind präventive Maßnahmen die am erfolgsreichsten. Versuche, bei Gießen die Blätter nicht nass zu machen, setze die Pflanzen nicht zu dicht und besprühe sie regelmäßig mit Schachtelhalm, um die Abwehrkräfte zu stärken. Solltest Du trotz all den Vorsichtsmaßnahmen die ersten Mehltauanzeichen entdecken, schneide die befallenen Pflanzenteile unverzüglich und großzügig ab.

Nach der Blüte brauchen die Herbstastern einen bodennahen Rückschnitt. Dafür gibt es 2 Möglichkeiten: Du kannst im Spätherbst die Pflanze zurückschneiden und sie anschließend mit Kompost bedecken. Das ist die 2 in 1 Lösung: somit beschützt Du die Pflanze vor Kälte und versorgst sie gleich mit Nährstoffen für die nächste Saison. Andere Möglichkeit: Du schneidest sie im zeitigen Frühjahr zurück.

Zum Schluss muss der Herbstaster alle 3-4 Jahre geteilt werden, damit er jung und blühfreudig bleibt. Bei der Gelegenheit kannst Du ihn auch vermehren.

Der Herbstaster auf dem Balkon

Den Vorteil der Herbstastern kann man in wenigen Worten fassen: Blüten, Blüten, und noch mehr Blüten. Und das zu einer Jahreszeit, wo man Farbe auf dem Balkon ganz gut gebrauchen kann. Denn wenn er an einer sonnigen Lage steht und die richtige Pflege bekommt, ist der Herbstaster eine sehr blühfreudige Pflanze, die sehr viele kleine Blüten produziert. Man findet ihn in allen Farbtönen zwischen rosa, lila, rot oder sogar blau und weiß. Für kleine Töpfe nimmst Du am besten einen Kissenaster (der nicht höher als 50cm wird, siehe oben). Und wenn Du etwas mehr Platz hast, kannst Du Dich für einen “neu-belgischen” Aster entscheiden. Er lässt sich zum Beispiel mit der Scheinmyrte kombinieren, die ähnliche Bedürfnisse hat (aber nicht so winterhart ist, Achtung!), mit Gräsern (wie dem Seggen, auch nicht so winterhart) oder auch mit Purpurglöckchen.

Der Herbstaster blüht von September bis ca. November (meiner hat bis Ende Oktober geblüht), wenn das Wetter mild bleibt. Wenn blühende Pflanzen etwas seltener werden, ist es nicht nur aus ästhetischen Gründen von Interesse. Auch die Insekten haben etwas davon (deshalb solltest Du nach Möglichkeiten ungefüllte Blüten aussuchen. Es ist aber wirklich nicht so einfach…).

Empfehlung: mit Vorbehalt

Der Herbstaster ist sehr verlockend, wenn die Auswahl an blühenden Pflanzen ziemlich eingeschränkt wird. Allerdings ist er schwieriger zu kultivieren, als sein Sommerverwandter und benötigt etwas Pflege. Am richtigen Ort, mit viel Sonne, aber nicht zu viel wird er im Herbst für Farbe auf Deinem Balkon sorgen. Im Herbst wird es auch nicht so schwierig sein Bedürfnis nach Frische zu befriedigen. Aber im Sommer wird es durchaus eine Herausforderung (auf meinem Balkon zumindest). Aber einem Versuch ist es trotzdem wert, und ich werde darüber berichten…

Und was haltest Du vom Herbstaster? Von welchen Erfahrungen kannst Du berichten? Solltest Du diesen Artikel nützlich gefunden haben, zögere nicht ihn zu teilen.

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